Börse am Morgen

Dax legt im frühen Handel zu – Toyota erhöht Prognose – Bayer mit weiterer Glyphosat-Niederlage

onvista · Uhr
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Der Dax hat am Mittwoch vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen in den USA zunächst weiter zugelegt und damit den Monat November positiv begonnen. Den Oktober hatte der Dax mit einem Minus von rund 3,8 Prozent beendet.

In der ersten halben Stunde des Xetra-Handels gewann der deutsche Leitindex 0,20 Prozent auf 14.840 Punkte. Damit setzt er sich etwas weiter ab von seinem jüngsten Tief seit März bei 14 630 Punkten und bewegt sich zudem klar über der Marke von 14.800 Punkten, die in den vergangenen Tagen ein zäher Widerstand gewesen war. 

Die Wall Street hatte ihre Erholung am Vorabend fortgesetzt und auch die meisten asiatischen Börsen zeigten am Mittwochmorgen einen positiven Trend. Erneut enttäuschende Wirtschaftssignale aus China belasteten nicht wie am Vortag. 

Von der Berichtssaison hierzulande kommen am Mittwoch kaum Impulse. Interessieren dürften im Verlauf aber einige Konjunkturdaten aus den USA, bevor am Abend nach dem europäischen Börsenschluss US-Anleihepläne sowie die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich ziehen werden. 

Laut Volkswirten wird die Fed das Zinsniveau wohl erneut unverändert lassen und damit würde die Fed zum zweiten Mal in Folge still halten. Die Leitzinsspanne würde weiter zwischen 5,25 und 5,50 Prozent liegen. Spannend ist jedoch vor allem die Frage, ob die Notenbank auf den folgenden Sitzungen nochmal die Zinsen verändert. 

„Vor der Sitzung der US-Notenbank Fed befinden sich die Anleger im Standby-Modus“, schrieb am Morgen Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Mit der Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell nach der Zinsentscheidung und der Bekanntgabe von Anleiheauktionen durch US-Finanzministerin Janet Yellen stehe dem Dax aber am Abend ein Belastungstest in zwei Akten bevor. Der Markt sei hypersensibel Faktoren gegenüber, die zu steigenden Renditen führen könnten, so Stanzl.

Weltgrößter Autokonzern Toyota schraubt Gewinnprognose nach oben 

Der weltgrößte Autobauer Toyota  hat nach einer starken ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres seine Gewinnprognose erhöht. Beim operativen Ergebnis traut sich Toyota nun im Geschäftsjahr (per Ende März) 4,5 Bio. JPY (28 Mrd. EUR) zu. Zuvor hatte Toyota 3 Bio. JPY in Aussicht gestellt. Die Aktie stieg in Tokio um gut viereinhalb Prozent. 

Toyota profitierte im ersten Geschäftshalbjahr vor allem von entspannteren Lieferketten bei verbesserter Profitabilität und dem schwachen Yen. Eine schwächelnde Heimatwährung kann die Geschäfte von Exporteuren wie Toyota ankurbeln. Zudem bleibt von im Dollar-Raum erzielten Erträgen nach der Umrechnung in Yen mehr hängen. Außerdem war die weltweite Nachfrage robust, der japanische Autobauer habe in allen Regionen mehr Fahrzeuge verkauft. Insgesamt setzte der Konzern (inklusive der Marke Lexus) 5,6 Millionen Fahrzeuge ab. Damit liegt er auf Kurs zum Jahresziel von 11,4 Millionen. 

Von April bis Ende September stieg der Umsatz um fast ein Viertel auf rund 22 Billionen Yen. Das operative Ergebnis war mit 2,56 Billionen Yen mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn zog ähnlich deutlich auf knapp 2,6 Billionen Yen an, hier spielten noch Finanzeffekte abseits des Tagesgeschäfts eine Rolle. Darüber hinaus kündigte Toyota ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 100 Milliarden Yen an und erhöhte die vorgeschlagene Dividende um 5 Yen auf 30 Yen je Aktie.

Dritte Glyphosat-Niederlage für Bayer in den USA in Folge 

Bayer hat die dritte Niederlage in Folge bei US-Rechtsstreits um Krebs-Vorwürfe zu glyphosathaltigen Unkrautvernichtern einstecken müssen. Geschworene in einem Gericht des Bundesstaates Kalifornien in San Diego sprachen einem 57-Jährigen am Dienstag (Ortszeit) insgesamt 332 Mio. USD Schadenersatz zu. Bayer teilte mit, der Konzern sei überzeugt, starke Argumente zu haben, um sich in einem Berufungsverfahren durchzusetzen. 

Bayer hatte vor den nun drei verlorenen Prozessen neun US-Verfahren für sich entschieden. Erst am Montag kündigte der Konzern an, die beiden vorherigen Niederlagen anfechten zu wollen.

Bayer betont zudem, weiter von der Sicherheit von Glyphosat überzeugt zu sein. Im Verfahren in San Diego wurden 7 Mio. USD als Schadenersatz zugesprochen und weitere 325 Mio. USD als Strafschadenersatz. Bayer nannte das Urteil unbegründet und den Schadenersatz-Betrag verfassungswidrig. Zudem habe es in dem Verfahren rechtliche Fehler gegeben. Geschworene sprechen in den USA Klägern oft hohe Summen zu, die Richter nicht selten später senken. 

Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hatte Bayer sich 2018 mit der über 60 Mrd. USD teuren Monsanto-Übernahme ins Haus geholt. Im gleichen Jahr folgte ein erstes Urteil gegen den Dax-Konzern, das in den USA eine Klagewelle in Gang setzte. 2020 dann hatte Bayer ein milliardenschweres Programm aufgelegt, um den Großteil der Klagen - ohne Haftungseingeständnis - beizulegen. 

Einen Großteil der Klagen hat Bayer bereits abgearbeitet. Im Frühjahr hieß es im Zuge der Vorlage der Geschäftszahlen für 2022, dass von inzwischen insgesamt circa 154.000 angemeldeten Ansprüchen rund 109.000 verglichen worden seien oder die Vergleichskriterien nicht erfüllten. Zudem kann Bayer - per Stand Ende 2022 - auf ein Polster von 6,4 Mrd. USD bauen, die der Konzern für Vergleiche bestehender und künftiger Glyphosat-Klagen zurückgestellt hat.

Lindner: „Träume von einem Ausstieg aus dem Kohlestrom 2030 beenden“

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat den im Koalitionsvertrag genannten Zeitpunkt für den Kohleausstieg in Frage gestellt. „Solange nicht klar ist, dass Energie verfügbar und bezahlbar ist, sollten wir die Träume von einem Ausstieg aus dem Kohlestrom 2030 beenden“, sagte der FDP-Politiker dem Kölner Stadt-Anzeiger. 

Die Ampel-Parteien SPD, Grünen und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, den Kohleausstieg „idealerweise“ von 2038 auf 2030 vorzuziehen. 

„Für das Klima bringt dieses Datum ohnehin nichts, da die in Deutschland eingesparten CO2-Emissionen aufgrund der europäischen Regeln zum Beispiel in Polen zusätzlich anfallen dürfen“, sagte der FDP-Minister. 

Lindner will auf Erdgas aus Deutschland setzen. „Die inländische Gasförderung muss intensiviert werden“, forderte er. Außerdem müsse der Zubau von erneuerbaren Energien schneller ermöglicht werden. Auf die Frage, ob Deutschland neue Gaskraftwerke als Reserve im Energiemix brauche, sagte der FDP-Politiker: „Darauf wird es hinauslaufen, aber die Frage ist, wie dies so effizient marktwirtschaftlich gelingt, dass die Strompreise nicht weiter steigen.“

Redaktion onvista/dpa-AFX

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