Siemens will weitere Siemens-Energy-Aktien in Pensionsfonds stecken

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- von Alexander Hübner

München (Reuters) - Siemens-Finanzchef Ralf Thomas hat einem großen Paketverkauf von Siemens-Energy-Aktien eine Absage erteilt.

"Das wahrscheinlichste Szenario für unseren restlichen Anteil ist, dass wir ihn nach und nach an unseren Siemens-Pensionsfonds weiterreichen", sagte Thomas in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. "Damit haben wir deutlich niedrigere Transaktionskosten als etwa bei einer Platzierung am Kapitalmarkt." Es gehe nicht um Eile, sondern um wirtschaftliche Vernunft. Der Technologiekonzern hat schon mehrfach Aktien der ehemaligen Energietechnik-Tochter an den Siemens Pension Trust übertragen, der sie nach und nach abverkauft.

"Wir wollen bei Siemens Energy nicht noch zusätzliche Volatilität am Kapitalmarkt erzeugen - davon hatte das Unternehmen zuletzt genug", sagte Thomas. Probleme mit der Wind-Sparte Siemens Gamesa und die Bemühungen um deren Lösung hatten die Aktie auf Berg- und Talfahrt geschickt. "Es ist gut zu sehen, dass Siemens Energy im Moment in einem ruhigeren Fahrwasser ist." Zuletzt hielt die Siemens AG noch 17,1 Prozent an Siemens Energy, die an der Börse mehr als 3,3 Milliarden Euro wert sind. 7,7 Prozent liegen in dem Pensionsfonds, der die Betriebsrenten für die Mitarbeiter des Konzern erwirtschaftet.

Einen Verkauf der Anteile an einen ausländischen Staatsfonds schließt Thomas ebenfalls nicht aus, mahnt aber zur Vorsicht: "Wenn sich ein Interessent für die Anteile meldet, würden wir dies natürlich prüfen", sagte er Reuters. "Die energiepolitische Bedeutung von Siemens Energy ist so groß, dass man abwägen muss, wer Einfluss auf das Unternehmen bekommen sollte." Am ehesten könnten das langfristig orientierte Ankerinvestoren sein. Der Kraftwerks- und Windanlagenbauer spielt eine wichtige Rolle für die Energiewende.

(Bericht von Alexander Hübner. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)