IWF - Fed sollte bis "Ende 2024" mit Zinswende warten

Washington (Reuters) - Wegen einer noch nicht gebannten Inflationsgefahr sollte die US-Notenbank aus Sicht des IWF eine Zinswende auf die lange Bank schieben.
Die internationale Finanzorganisation mit Sitz in Washington empfahl der Federal Reserve in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht, noch bis "Ende 2024" mit einer Senkung zu warten. Dies sei ratsam, da es bis dahin klarere Hinweise darauf geben dürfte, ob sich die Inflation nachhaltig auf das Ziel einer Teuerungsrate von zwei Prozent zurückbewege. Der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Pierre-Olivier Gourinchas, hatte der unabhängigen Notenbank in einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview geraten, mit der Zinswende noch etwas zu warten. Anders als in dem IWF-Bericht nannte er jedoch keinen Zeitraum dafür.
Zu den Aufgaben des IWF gehört der Dialog mit den Mitgliedsländern über die Auswirkungen ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik. Der IWF führt mit allen Mitgliedsländern jährliche Konsultationen durch. Die Grundsätze für diese Konsultationen sind in Artikel IV des Übereinkommens über den IWF festgelegt, der Grundlage des IWF-Berichts ist.
Die US-Verbraucherpreise waren im Juni mit einer Teuerungsrate von 3,0 Prozent nicht mehr so stark gestiegen wie im Mai (3,3 Prozent) und im April (3,4 Prozent). An den Finanzmärkten wurde durch den Rückgang die Spekulation genährt, dass die Fed die Leitzinsen im September senken könnte. Derzeit hält sie den geldpolitischen Schlüsselsatz noch in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent und dürfte ihn Experten zufolge auch Ende des Monats dort belassen.
(Bericht von David Lawder, geschrieben von Reinhard Becker.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)