Hamas kritisiert US-Vorschlag für Feuerpause - Zu nah an Netanjahus Forderungen

Kairo (Reuters) - Die radikal-islamische Hamas äußert starke Vorbehalte gegen einen von den USA vorgelegten neuen Vorschlag für einen Stopp der Kämpfe im Gazastreifen und die Freilassung israelischer Geiseln.
Die amerikanischen Vorschläge entsprächen zu sehr den Forderungen von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, teilte die Gruppierung am Sonntagabend nur wenige Stunden nach der Ankunft von US-Außenminister Antony Blinken in Tel Aviv mit. Die Hamas moniert, das Konzept stehe im Einklang mit der Weigerung Netanjahus, den Krieg dauerhaft zu beenden und die Armee aus dem ganzen Gazastreifen abzuziehen.
Am Freitag hatten Vermittler aus Katar, Ägypten und den Vereinigten Staaten einen erneuten Kompromiss ausgearbeitet. Dabei geht es im Kern um die Freilassung israelischer Geiseln und im Gegenzug die Übergabe palästinensischer Häftlinge sowie ein Ende der Kämpfe. Umstritten sind die einzelnen Schritte hin zu diesen Zielen. Zudem pocht Netanjahu auf die vollständige Vernichtung der Hamas als Voraussetzung für einen dauerhaften Waffenstillstand.
Blinken will mit seiner Reise in die Region den Verhandlungen einen neuen Anschub geben. Am Montag wird er deswegen unter anderem Gespräche mit Netanjahu führen. Auch in Kairo wir der US-Außenminister erwartet.
"Wir machen Netanjahu für die Vereitelung der Bemühungen der Vermittler, die Verzögerung des Abkommens und für das Leben der Gefangenen verantwortlich", erklärte die Hamas. Aus ihrer Sicht liegt ein US-Vorschlag vom Juli vor, den es umzusetzen gelte.
(Bericht von Nidal al-Mughrabi, Jaidaa Taha und Ahmed Tolb, geschrieben von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)