Chinas Exporte mit stärkstem Plus seit 17 Monaten - Importe stagnieren fast

Reuters · Uhr
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Peking (Reuters) - Chinas Außenhandel sorgt für gemischte Daten und damit für anhaltende Unsicherheit über die Entwicklung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Während die Exporte im August mit 8,7 Prozent im Vorjahresvergleich stärker zulegten als im Vormonat, stiegen die Importe nur minimal 0,5 Prozent, nach einem kräftigen Plus von zuvor 7,2 Prozent, wie am Dienstag aus Zahlen des Zolls hervorgeht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten bei den Ausfuhren nur 6,5 Prozent Wachstum erwartet und bei den Einfuhren plus zwei Prozent. Die Daten spiegelten die Zweiteilung der Wirtschaft deutlich wider, sagte LBBW-Analyst Sandro Pannagl. "Die Auslandsnachfrage bleibt der Motor der derzeitigen Wachstumsdynamik, während die Inlandsnachfrage auf Impulse wartet."

Die schwachen Importdaten lassen Pannagl zufolge zumindest hoffen, "dass die Regierung in den noch verbleibenden Monaten des Jahres deutlich stärker fiskalpolitisch aktiv wird als bisher". Denn auch in China häuften sich die warnenden Stimmen, die vor einer nachhaltigen Schwäche und dem Abgleiten in eine Phase deflationärer Tendenzen warnten.

Die starke Exportleistung und der Handelsüberschuss seien eine Stütze für das Wirtschaftswachstum im laufenden dritten Quartal und im Gesamtjahr 2024, sagte Zhou Maohua, Konjunkturexperte der China Everbright Bank. "Allerdings ist das globale wirtschaftliche und geopolitische Umfeld kompliziert und Chinas Exporte sind mit viel Gegenwind konfrontiert."

Denn für China zeichnen sich weitere Handelskonflikte mit den USA, Kanada und der EU ab. Höhere Zölle könnte den Außenhandel dann bremsen. Pannagl sagte, das Exportplus im August sei auch dem Umstand geschuldet, "dass man noch vor dem Einsetzen neuer Zölle sowie den Unsicherheiten rund um die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen möglichst viele Waren über die Grenzen bringen will."

(Bericht von Joe Cash, geschrieben von Klaus Lauer; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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