Dax Tagesrückblick 11.10.2024

Dax-Rekordhoch rückt wieder näher – Bayer erneut auf Talfahrt – Auch Rheinmetall unter Druck

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Ein ermutigender Start in die US-Berichtssaison hat am Freitag den Dax wieder näher an sein Rekordhoch gebracht. Zum Handelsende stieg der deutsche Leitindex um 0,85 Prozent auf 19.373 Punkte. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,3 Prozent. Die Ende September erreichte Bestmarke steht bei rund 19.491 Punkten.

Unterstützung lieferte am Nachmittag einmal mehr der Aktienmarkt in New York, wo das US-Leitbarometer Dow Jones und der S&P 500 neue Rekordhöhen erreichten. Die Großbanken JPMorgan und Wells Fargo überzeugten mit ihren Quartalszahlen die Anleger.

Die Erleichterung der Marktteilnehmer über den überraschend positiven Beginn der US-Bilanzsaison sei deutlich gewesen, kommentierte der Finanzmarktexperte und Börsenkenner Andreas Lipkow. Etwas stärker als erwartet gestiegene Erzeugerpreise und eine unerwartet gesunkene Verbraucherstimmung in den Vereinigten Staaten hätten die Marktstimmung kaum eintrüben können, sagte Lipkow mit Bezug auf die veröffentlichten Konjunkturdaten.

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Glyphosat und kein Ende: Bayer weiter auf Talfahrt

Die Bayer-Aktie hat sich am Freitag nach einer Niederlage in einem US-Glyphosatfall weiter von ihrem Anfang Oktober errichten Hoch seit Ende Januar entfernt. Die Aktie fiel um fast 1,9 Prozent auf 26,27 Euro. Damit setzte sich der negative Trend der vergangenen Tage fort. Der Kurs nähert sich wieder den wenige Monate alten Tiefs seit 2005.

Am Donnerstag sprach eine Geschworenen-Jury an einem Staatsgericht in Philadelphia dem Kläger William Melissen, der seine Krebserkrankung auf die Verwendung glyphosathaltiger Unkrautvernichter zurückführt, insgesamt 78 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Bayer betont, weiter von der Sicherheit von Glyphosat überzeugt zu sein und will gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.

Grundsätzlich ändert das Urteil wenig mit Blick auf die US-Glyphosatstreitigkeiten. Inklusive des aktuellen Falles Melissen hat Bayer nun sieben der jüngsten 21 Prozesse verloren. Die Leverkusener setzen weiter auf eine mögliche Grundsatzentscheidung des obersten US-Gerichts, um das Glyphosat-Thema eventuell abhaken zu können. Das wird aber noch viel Zeit in Anspruch nehmen.

Unsicherheit bleibt also. Goldman-Sachs-Analyst James Quigley erwähnte denn auch in einer Studie vom Freitag, die Rechtsstreitigkeiten blieben ein Problem. Anleger dürften daher einen Bogen um die Aktie machen. Quigley erwähnte mit Blick auf das höchste Gericht, dass die Schwelle sehr hoch sei, dass es dort zu einer Verhandlung kommt. Wenn sich das Gericht damit befasse, könne dies einen enormen Fortschritt bedeuten, um die Belastung endlich loszuwerden. Der Ausgang bleibe aber freilich unklar.

Die Klagen rund um Glyphosat hatte sich Bayer durch die über 60 Milliarden US-Dollar teure Monsanto-Übernahme 2018 ins Haus geholt. Die Beilegung vieler Tausend Klagen hat bereits Milliarden verschlungen. Das Thema ist aber weiterhin nicht vom Tisch, ebenso wenig wie die ebenfalls teuren US-Rechtsstreitigkeiten rund um das seit Jahrzehnten verbotene Umweltgift PCB. Zum Vergleich: Bayer ist an der Börse aktuell rund 26 Milliarden Euro wert, also deutlich weniger als das, was für Monsanto gezahlt worden war.

Rheinmetall unter Druck

Rüstungswerte haben am Freitag weiterhin einen schweren Stand. Offenbar spielen in den Überlegungen der Marktteilnehmer vage Gedankenspiele über ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine eine immer stärkere Rolle. Diese vagen Friedenshoffnungen reichen, um Rheinmetall gen Süden zu schicken. Sie ging mit einem Minus von 1,56 Prozent bei 473,50 Euro ins Wochenende.

Die Rheinmetall-Aktie bewegte sich seit April überwiegend seitwärts. Eine zwischenzeitlich kräftige Aufwärtsbewegung in der ersten Augusthälfte hatte nicht ganz gereicht, um an das Anfang April markierte Rekordhoch von fast 572 Euro nochmals heranzukommen. Mit zuletzt 470,40 Euro kosten Rheinmetall mittlerweile rund 100 Euro weniger.

Charttechnisch könnte sich das Bild für Rheinmetall nun eintrüben, sollten sie unter die Unterstützungen im Bereich 460 bis 470 Euro rutschen, wo sie sich seit Juni mehrmals gefangen hatten. Die viel beachtete 200-Tage-Linie, die den längerfristigen Trend beschreibt und bei Rheinmetall über eine lange Zeit nie in Gefahr war, steht im Blick. Sie verläuft derzeit bei etwas über 473 Euro, die Rheinmetall-Aktien notieren also am Freitag bereits knapp darunter.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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