Die Trump-Wahl treibt die Börse – Wie lange noch?

Die Wall Street ist das globale Finanzzentrum. Der Satz war selten so wahr wie in diesen Tagen. Nach dem Wahlsieg von Donald Trump schaut die Finanzwelt in die USA. Aktuell klettern dort die Kurse auf immer neue Rekordstände. Der S&P-500-Index hat so in dieser Woche die 6.000-Punkte-Marke erreicht und allein in diesem Jahr rund 50 neue Rekordstände markiert.
Wie stark die Kapitalkonzentration an der Wall Street ist, zeigt der Blick auf die Börsenwerte im Vergleich zu anderen Regionen: So bringen es jetzt drei Unternehmen auf jeweils einen Börsenwert von mehr als 3 Billionen US-Dollar. Im Einzelnen sind das Nvidia, Apple und Microsoft. Damit sind diese drei Unternehmen schon mehr wert als der gesamte europäische Aktienmarkt zusammengenommen. Wer denn davon spricht, dass die Bewertungen in den USA eben immer etwas höher sind, der sollte noch einmal genauer auf die Börsenwerte schauen.
Natürlich wächst die US-Konjunktur schneller als die Euro-Zone. Das strukturelle Wachstum in den USA liegt eher im Bereich zwischen zwei und drei Prozent. Da kommt die Euro-Zone und ganz speziell Deutschland nicht mit. Aber klar ist auch: Diese Kapitalkonzentration an der Wall Street birgt auch Gefahren. Wenige große Unternehmen, die einfach immer größer werden, bestimmen das Geschehen.
Investoren kaufen oft auch nur noch diese Namen, denn der Chart zeigt eindeutig nach oben. Was soll da schon schiefgehen, wird sich hier so mancher Investor denken. Aber hier ist schon Vorsicht angesagt, wenn die Konzentration an den Börsen so hoch ist.
Nun haben die wenigen Tage nach der US-Wahl den dortigen Börsen zum Teil massive Gewinne gebracht. Einzelne Aktien wie Tesla oder Nvidia erlebten massive Kurssprünge.
Trumps-Team schwer zu fassen – Musk mit zentraler Rolle
Wie zum Teil schwer nachvollziehbar diese Kursaufschläge jedoch sind, verdeutlicht doch dieser Zusammenhang: Donald Trump möchte Umweltauflagen abschwächen und vielleicht sogar Abgasgrenzwerte wieder heraufsetzen. Sein Kandidat für die US-Umweltbehörde EPA ist Lee Zeldin, ein ehemaliger republikanischer Abgeordneter.
Er gilt als klarer Freund der fossilen Energieträger und sein Motto könnte wirklich sein: „Drill, Baby, Drill“ – bezogen auf die fossilen Energieträger. Auf der anderen Seite ist Elon Musk ein großer Unterstützer Trumps. Er verdient mit E-Autos viel Geld und nicht etwa mit typischen US-Pickup-Trucks. Und das ist nur ein Widerspruch im politischen Umfeld des kommenden Präsidenten Donald Trump.
Erster Schwung ist vorbei - kommt jetzt Normalisierung?
So klar die Aussagen von Donald Trump auch waren: Es wird sich erst noch zeigen müssen, was er in seiner zweiten Amtszeit wirklich umsetzen kann. Die parlamentarische Mehrheit dazu hat er sicher. Insofern könnte es wirklich zu weitreichenden Umwälzungen kommen.
Doch ob sein politisches Team in Washington den vielen Herausforderungen – gerade auch auf internationaler Ebene – gewachsen ist, muss sich noch zeigen. Insofern ist es auch gut möglich, dass nach der ersten Euphorie an den Börsen in den kommenden Wochen eine gewisse Beruhigung eintritt – zumal Donald Trump erst am 20. Januar 2025 erneut als US-Präsident vereidigt werden wird.