Krypto-Markt: Ausblick auf das Jahr 2022 – Bullen- oder Bärenmarkt? Wo geht die Reise hin für Bitcoin, Ethereum und Co?

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Blickt man nüchtern auf das Jahr 2021 zurück, war es ein voller Erfolg für Bitcoin und den ganzen Krypto-Sektor. Die Leit-Kryptowährung hat das zurückliegende Jahr mit einem Plus von fast 60 Prozent beendet und einige fundamentale Meilensteile erreicht, darunter die Anerkennung als gesetzliches Zahlungsmittel durch den südamerikanischen Staat El Salvador. Auch das Aufkommen neuer Phänomene wie der sogenannten NFTs, mit denen man zum  ersten Mal die Möglichkeit hat, echte digitale Vermögenswerte zu erzeugen oder analoge Vermögenswerte im digitalen Raum abzubilden, sowie das im letzten Viertel des Jahres in den Fokus geratene Metaverse haben eine Menge neue Menschen auf den Sektor aufmerksam gemacht und zu Kapitalflüssen in viele der zugehörigen Projekte geführt.

Trotzdem ist die Enttäuschung unter den meisten Investoren groß, denn die erwartete Jahresendrally – mit ausgerufenen Kurszielen von 100.000 Dollar für Bitcoin – ist definitiv ins Wasser gefallen. Die derzeitige Stimmung am Krypto-Markt ist dementsprechend am Boden. Der „Crypto Fear and Greed Index“, ein im Sektor populärer Indikator für die Stimmung am Markt, hat an diesem Wochenende mit einem Wert von  10 Tiefststände erreicht, wie man sie zum letzten Mal im Mai 2021 erlebt hat, kurz nach dem Mining-Verbot durch die chinesische Regierung.

Screenshot, Chart oder sonstiges SchmuckbildQuelle: alternative.me


Der Index setzt sich aus den 5 Indikatoren Volatilität, Marktvolumen, Social Media Daten, Asset Dominanz und Suchmaschinen-Trenddaten zusammen. Mit einem Wert von 10 zeigt er „extreme Angst“ an, also eine deutliche Nervosität der Anleger und eine Bereitschaft zu verkaufen.

Was sind die Gründe für die derzeitige Schwäche?

Die große Mainstream-Welle ist bisher ausgeblieben: Wenn es um die Preisentwicklung geht, dann unterscheidet sich Bitcoin nicht von anderen Vermögenswerten. Letztenendes wird diese von Angebot und Nachfrage bestimmt – und in den letzten Wochen und Monaten ist die von vielen  erwartete neue Welle an Käufern in das Bitcoin-Ökosystem ausgeblieben. Dabei muss man eine Unterscheidung zwischen Privatinvestoren und institutionellen Investoren machen, denn vor allem letztere werden mittlerweile als notwendiges Zugpferd angesehen, um Bitcoin in die erwarteten Höhen zu treiben.

Bewegungen von neuen Privatinvestoren in den Sektor hat man durchaus gesehen – doch diese haben ihr Geld nicht in Bitcoin gesteckt, sondern sind in wesentlich spekulativere Krypto-Assets eingestiegen. In der ersten Hälfte des letzten Jahres haben vor allem „Memecoins“ wie Dogecoin und Shiba Inu riesige Kapitalzuflüsse erlebt, angetrieben durch Social-Media-Hypes und Personen der Öffentlichkeit, die über sie gesprochen haben. Vor allem Tesla-CEO Elon Musk hat mit seinen Äußerungen auf Twitter mutmaßlich einen erheblichen Teil zum Hype von Dogecoin und später auch Shiba Inu beigetragen. Auch der NFT-Boom und die aufkommende Diskussion um das Metaverse haben diese neuen Investmentbereiche in den Mainstream der internetaffinen Bevölkerungsschicht gebracht.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen benötigt man Bitcoin mittlerweile nicht mehr unbedingt als Einstiegstor in den Krypto-Sektor. Auf Ebene der Serviceprovider, also der Handelsplattformen die den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen anbieten, hat sich auch im letzten Jahr noch einmal eine Menge getan. Es ist mittlerweile bei weitem nicht mehr so kompliziert wie früher, auch exotischere Krypto-Assets ohne große Umwege zu erwerben. Ein weiterer Grund ist die Unerfahrenheit vieler Neueinsteiger, gepaart mit der starken Emotionalität des Marktes. Viele Neueinsteiger schauen bei Investments in den Krypto-Bereich nicht auf das Chance/Risiko-Verhältnis oder die maximale Coin-Anzahl im Verhältnis zur Marktkapitalisierung eines Assets, sondern leidiglich auf den Preis. Viele schreckt der Preis von  50.000 Dollar pro Bitcoin schlicht ab, da oft das Wissen fehlt, auch in ein Bruchteil eines Bitcoins investieren zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Story hinter einem Investment. Im Vergleich zu Metaverse-Projekten oder NFTs, die potenziell die Art und Weise verändern können, wie Musik, Filme, Videospiele und vieles weitere in Zukunft genutzt und konsumiert werden, ist Bitcoin mit seinem vergleichsweise simplen Anwendungsfall gelinde gesagt langweilig für viele neue Investoren.

Der wohl größte Grund dürfte jedoch darin liegen, dass Bitcoin aufgrund seiner erreichten Größe und seines Erfolgs nicht mehr die ganz großen Gewinne verspricht – Bitcoin  ist kein potenzielles Ticket in die finanzielle Unabhängigkeit mehr, welches man sich auch mit wenig Kapital ergattern kann. Die vielen neuen Krypto-Projekte, die aus dem Boden schießen und teils auf Social-Media-Plattformen wie Youtube, Twitter, Tiktok und Co. von Influencern entsprechend beworben werden, scheinen vielen Menschen  dieses Versprechen jedoch noch zu geben – in einigen Fällen sogar zurecht, wie man an der Jahresperformance von Metaverse-Projekten wie Sandbox oder Decentraland, oder diversen NFT-Kollektionen wie beispielsweise der „CryptoPunk“-Reihe gesehen hat.

Im tieferen Krypto-Universum, jenseits von Bitcoin und Ethereum, hat sich im letzten Jahr eine Goldgräberstimmung entwickelt, die stark an die 2000er Dotcom-Zeit erinnert, in der viele Ideen bis in den Himmel gehyped wurden, sich am Ende aber nur ganz wenige Projekte – nach vielen Jahren des Reifeprozesses – durchgesetzt haben. Auch in diesem neuen Sektor werden einige Projekte langfristig erfolgreich werden, doch noch viele mehr werden scheitern. Der Sektor koppelt sich aufgrund seines starken Wachstums und seiner immer besser werdenden Zugänglichkeit jedoch zunehmend von Bitcoin ab.

Die Institutionellen Investoren lassen noch auf sich warten: Während der oft unerfahrene Mainstream an Investoren sein Glück derzeit also vermehrt im spekulativeren Teil des Krypto-Sektors versucht, gilt der institutionelle Sektor weiterhin als wichtigstes Puzzlestück für das kurz- bis mittelfristige Fortbestehen des derzeitigen Bitcoin-Bullruns. Der Investmentcase für diese Klasse von Investoren ist ein vollkommen anderer als oben beschrieben. Hier geht es einerseits darum, die makroökonomischen Gefahren für das verwaltete Kapital möglichst gut zu umgehen, welche durch die Pandemie, die Geldpolitik und die damit einhergehende Inflationsentwicklung und Instabilität der Finanzmärkte, sowie geopolitische und einhergehende wirtschaftliche Risiken entstehen. Andererseits geht es um die Perfomance-Maximierung durch das Auswerten der besten Assetklassen, die den Gesamtmarkt möglichst outperformen sollen.

Bitcoin und Ethereum sind die bisher einzigen Krypto-Assets, die im Allgemeinen für diese Klasse von Investoren infrage kommen, da sie einerseits durch ihre Eigenschaften das Potenzial mitbringen, diese Anforderungen zu erfüllen und andererseits bereits groß und erfolgreich genug sind, um den regulatorischen Anforderungen für ein Investment standzuhalten. Bitcoin bietet in seiner Eigenschaft als unabhängiger und deflationärer Wertspeicher in längeren Zeitabständen eine gute Absicherung gegen die derzeitigen Inflationsgefahren und die zunehmende Instabilität der Finanzmärkte. Ethereum ist die grundlegende Infrastruktur für einen Großteil des Krypto-Sektors, auf der die oben beschriebenen Trendthemen stattfinden – es bietet also ein indirektes Investmentvehikel mit erheblich weniger Risiko als bei den einzelnen Projekten.

Der initiale Start des derzeitigen Bullruns im Jahr 2020 wurde bereits maßgeblich durch den Einstieg dieser Investorenklasse unterstützt, namentlich durch MicroStrategy, Square, Tesla und einigen weiteren Unternehmen. Jedoch ist auch hier die große Welle an neuen Investoren bisher ausgeblieben. Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist es für institutionelle Investoren wesentlich umständlicher, ein Investment in Bitcoin zu tätigen, da sowohl einige technische, als auch rechtliche Hürden überwunden werden müssen. Laut einer Interview-Aussage von Michael Saylor, dem CEO von MicroStrategy, hat die bürokratische Vorbereitung und Abwicklung bis zur Genehmigung des Investments durch das Unternehmen mehrere Monate in Anspruch genommen. Viele interessierte Unternehmen benötigen zudem die Hilfe von externen Dienstleistern, um eine sichere Verwahrung des Kapitals zu gewährleisten.

Daher gilt die Zulassung eines Bitcoin-Spot-ETFs in den USA weiterhin als wichtiger Faktor für die weitere Adaption der Kryptowährung durch institutionelle Investoren, da ein solches Investmentvehikel den Einstieg wesentlich einfacher machen würde – Ein ETF-Produkt bietet sämtliche notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen und eine einfache Handhabung beim Investieren für große Firmen.

Die bisher immer noch weitestgehend offene Frage der Regulation an sich ist ein  weiteres Hemmnis für diese Investorenklasse. Solange noch große Unsicherheiten bei der Behandlung von Bitcoin und Co. als Investmentklasse und damit einhergehende steuerliche und rechtliche Fragen bestehen, werden viele institutionelle Investoren weiter abwarten, bevor sie den Schritt hinein wagen, unabhängig von den langfristigen Chancen des Assets.

Die fundamentale Lage gibt kurzfristig zu wenig her: Der teils noch umständliche Weg in ein Investment und regulatorische Hürden sind zwar ein möglicher Grund für das Ausbleiben einer großen Welle an institutionellen Investoren, jedoch kann man darin nicht den einzigen Grund suchen. Es liegt zu einem großen Teil auch an der fundamentalen Lage an den Finanzmärkten, die das Investmentargument für Bitcoin kurzfristig schwächt.

Genauer liegt es an der derzeitigen Notenbankpolitik, die die Finanzmärkte in Unsicherheit lässt, was die Zukunft angeht. Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat eine bisher nie gesehene Salve an Maßnahmen der Notenbanken nötig gemacht, die Finanzmärkte vor einem Kollaps zu bewahren und eine Geldmengenausweitung losgetreten, die jede bisherige Skala sprengt. Etwa zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie und dem Start der zusätzlichen Liquiditätsprogramme sehen wir mittlerweile die negativen Auswirkungen durch eine steigende Inflation, die allen Beteiligten zunehmend Sorgen macht. Nachdem die Liquidität der Notenbanken, allen voran der US-Notenbank Federal Reserve, für einen massiven Bullrun an den Aktienmärkten nach dem Crash im März 2020 gesorgt hat, droht die Fed nun aus Angst vor einer außer Kontrolle geratenen Inflation den Stecker zu ziehen, indem die Liquiditätsprogramme beendet, die Zinsen schrittweise angezogen und die Bilanzen der Notenbank langsam wieder abgebaut werden sollen.

Das ist der einzige effektive Weg, um ein Lostreten der riesigen Geldmengen, die sich derzeit noch größtenteils im Kreislauf des Finanzsektors befinden, in den realen Wirtschaftskreislauf und damit einhergehende massive Preissteigerungen zu verhindern. Für Bitcoin als deflationären und alternativen Wertspeicher bzw. Zahlungssystem ist das eine direkte Schmälerung des Investmentcases, da Bitcoin vor allem als harte Währung überzeugt, die nicht inflationiert werden kann. Hier ist das letzte Wort jedoch noch lange nicht gesprochen, denn ob eine Inflation, bzw. das Beenden der Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken überhaupt noch durchgezogen werden kann, ohne dass es zu einer wirtschaftlichen Depression kommt, ist unklar – das System ist schon zu lange, seit der Finanzkrise 2008, in dem künstlichen Umfeld der Notenbanken gefangen und davon abhängig, als das es ohne erhebliche Schäden daraus befreit werden könnte. Die Notenbanken sind im Grunde gefangen zwischen den Optionen einer schweren wirtschaftlichen  Rezession oder gar Depression, die mit einer konsequenten Straffung der Geldpolitik einhergeht, weil die Kapitalaufnahme durch steigende Zinsen für Unternehmen, die ohnehin schon durch die Pandemie gebeutelt sind, noch teurer wird, oder dem Hineinlaufen in eine außer Kontrolle geratende Inflation aufgrund der massiven Geldmengenausweitung, die sich früher oder später vollends in die Realwirtschaft ergießen wird.

Die Unklarheit, ob die geldpolitische Straffung der Fed funktionieren wird ohne zu große Schäden hervorzurufen oder ob eine weitere Ausuferung der Inflation nicht mehr verhindert werden kann, ist derzeit die größte langfristige Sorge an den Finanzmärkten und wirkt sich negativ auf sämtliche Assetklassen aus, auch auf den Krypto-Markt, da die bisherige lockere Geldpolitik ein zuverlässiger Liquiditätsgarant und Treibstoff für den übergeordneten Bullenmarkt war, der nun schon seit über einem Jahrzehnt in allen Assetklassen zu beobachten ist. Obwohl Bitcoin durch seine Eigenschaften langfristig als Gegenpol gegen diese Probleme funktionieren soll, hat auch die Kryptowährung von der Geldmengenausweitung profitiert. Daher wird die Notenbankpolitik in den nächsten Monaten weiterhin eine sehr wichtige Rolle für die Richtung der Aktienmärkte und auch der Preisentwicklung von Bitcoin spielen.

Diese Dinge werden 2022 für den Kryptomarkt wichtig

Regulierung: Die ernsthafte Auseinandersetzung der Behörden mit dem Krypto-Sektor in den USA, dem wichtigsten Finanzmarkt, hat bereits im letzten Jahr begonnen. Ein erstes Gesetz, welches im Zuge des großen Infrastrukturpakets auf den Weg gebracht wurde, hat bereits mehr Klarheit gebracht und ein generelles Verbot für Kryptowährungen und Unternehmen abwegig gemacht, jedoch die steuerliche Behandlung für Firmen, die in diesem Bereich auch unter nicht finanzbezogenen Aspekten agieren, sehr kompliziert gemacht. Der Krypto-Sektor ist jedoch mittlerweile ebenfalls mit einer recht großen Lobby in der US-amerikanischen Politik vertreten. 2022 dürften die Verhandlungen weitergehen und es sich entscheiden, ob die USA der neuen Industrie unter einem regulierten Umfeld den Weg ebnen. Die Vorteile sind klar: China hat sich durch seine strikten Verbote selbst aus dem Spiel genommen, obwohl  der anhaltende Siegeszug der Technologie zeigt, dass diese mittlerweile nicht mehr verschwinden wird. Sollten die USA zügig regulatorische Klarheit schaffen, ohne den Sektor allzu extrem zu beschneiden, dürfte dass sowohl dem Land als auch dem ganzen Sektor enormen Rückenwind verleihen. Dasselbe gilt auch für Europa, da hier ebenfalls einige Krypto-Unternehmen aufgebaut werden. Vor allem die Schweiz könnte sich durch im Vergleich recht Krypto-freundliche Regelungen eine besondere Stellung in Europa erarbeiten.

Adaption und Weiterentwicklung: Unabhängig von der Frage der Regulierung geht die technologische Weiterentwicklung des Sektors immer schneller voran. Vor allem Ethereum könnte im Jahr 2022 einen Durchbruch schaffen und mit der Vollendung der Umstellung auf ETH 2.0 der Lösung des Skallierungsproblems der Blockchain einen großen Schritt näher kommen. Dadurch könnte die Effizienz und die Gebührenstruktur des Netzwerks erheblich steigen und eine Massenadaption weiter voranbringen.

Neben El Salvador könnten in diesem Jahr zudem weitere wirtschaftlich gebeutelte Länder Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel anerkennen, um den Problemen mit der heimischen Währung zu entkommen. Heiße Kandidaten für einen  solchen Schritt findet man vor allem in Südamerika und in Afrika.

Für eine erhebliche Steigerung der Nachfrage könnte zudem die Zulassung eines Bitcoin-Spot-ETFs in den USA sorgen, da ein Spot-ETF tatsächlich mit physischen Bitcoin gedeckt sein  müsste und für langfristig orientierte Investoren ein wesentlich besseres Investmentvehikel darstellt, als die bisher zugelassenen, mit Futures gedeckten ETFs. Ein Spot-ETF würde auch sehr konservativen Playern wie Rentenfonds die Tür in das Ökosystem öffnen.

Pandemie-Entwicklung: Die Pandemie ist ein historisches Unglück, welches die Welt vor extrem viele Probleme stellt – sie hat jedoch auch die technische Innovation in vielen Bereichen vorangetrieben, darunter der Medizin und speziell der Impfstoff-Entwicklung. Für den Krypto-Sektor war der Ausbruch der Pandemie indirekt ebenfalls ein großer Treiber, da sie die Probleme des Finanz- und der Geldsysteme noch verschärft und den Investmentcase für Bitcoin somit verstärkt hat. Die weitere Entwicklung der Pandemie dürfte sich so oder so auf das Finanzsystem auswirken. Weitere wirtschaftliche Beschränkungen durch Lockdowns könnten die Notenbanken erneut zu Liquiditätsprogrammen zwingen und damit indirekt die Hausse an den Märkten weitertreiben. Eine Entspannung der Pandemie hingegen könnte die wirtschaftliche Aktivität extrem antreiben – und durch die Aufnahme neuer Kredite das viele neue Geld aus dem Kreislauf der Finanzmärkte hinein in die reale Wirtschaft treiben und damit die Inflation weiter anheizen. Beides dürfte langfristig ein Treiber für Bitcoin sein.

Inflation: Bitcoin ist als eine alternative Form des Geldes entwickelt worden, die dessen Besitzer gegen die Entwertung des eigenen Geldes absichern soll. Je schlimmer sich die Inflationsentwicklung im laufenden Jahr gestalten sollte, desto stärker wird der Investmentcase für Bitcoin. Eine entscheidende Rolle dürfte spielen, ob sich diese Meinung auch unter Investoren weiter verbreitet und zu einem Investment in Bitcoin bewegt. Hier dürfte der institutionelle Sektor wichtiger sein als Privatinvestoren, da Unternehmen langfristiger und früher für die Zukunft planen müssen. Ein Großteil der Privatleute dürfte höchstens im Zuge eines neuen Hypes aufspringen, wenn der Preis bereits wieder in neue Höhen steigt, oder wenn die Inflation des staatlichen Geldes so sehr ausufert, dass die Leute schlicht reagieren müssen. Die Türkei liefert in dieser Hinsicht derzeit ein gutes Beispiel, da die außer Kontrolle geratene Inflation der türkischen Lira das Interesse an Bitcoin seitens der Bevölkerung extrem hat steigen lassen.

Ein Blick auf die Charttechnik

Der schwache Jahresabschluss hat Bitcoin charttechnisch deutlich angeschlagen ins neue Jahr geschickt. Mit dem sich aus dem einfachen 20-Wochen- und dem exponentiellen 21-Wochen-Trend ergebenden Bull Market Support Band und dem einfachen 200-Tage-Trend hat der Kurs zwei relevante Indikatoren eingebüßt, die in der Vergangenheit für die Gesundheit eines Bitcoin-Bullruns ausschlaggebend waren.

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Derzeit arbeitet der Kurs an einer Bestätigung des langfristigen Aufwärtstrends, den er zum Start des Bullenmarkts im September 2020 ausgebildet hat. Sollte dieser nicht halten, ist eine Korrektur bis in den Bereich von 30.000 Dollar denkbar, da erst dort wieder signifikante Chartunterstützung wartet.

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Sollte sowohl der langfristige Aufwärtstrend seit September 2020 als auch die Unterstützungszone im Bereich zwischen 43.000 und 40.000 Dollar nicht halten und der Kurs bis auf 30.000 Dollar korrigieren, ist das Fortlaufen des Bullenmarktes unwahrscheinlich. Der Bereich bei 30.000 Dollar kann als letzte Instanz halten und dem Kurs Unterstützung für eine anschließende Erholungsbewegung geben. In diesem Fall wäre das ganze Jahr 2021 als langfristiger Konsolidierungskanal zwischen 30.000 und 60.000 Dollar zu sehen. Allerdings sollte man in diesem Szenario eher mit weiterem Abwärtsmomentum für die nächsten Monate rechnen und mit dem einfachen 200-Wochen-Trend  nach einem Indikator Ausschau halten, der in den letzten Jahren zuverlässig den Boden eines Bitcoin-Bärenmarktes signalisiert hat.

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Dieser verläuft derzeit bei etwa 18.900 Dollar, also in der Nähe des Allzeithochs des letzten Bullenzyklus aus dem Jahr 2017.

Fazit

Bezieht man die Bitcoin-Preiszyklus-Modelle in die Überlegung mit ein, ist es möglich, dass das letzte Allzeithoch bei 69.000 Dollar das Top für diesen Zyklus dargestellt hat und die Kryptowährung nun in den nächsten Bärenmarkt übergeht. Ein realistischer Boden wäre in diesem Fall das Allzeithoch aus dem letzten Zyklus bei ca. 20.000 Dollar, da die vorherigen Bärenmärkte ihre Tiefs bisher immer am Hoch des vorangegangenen Bullenmarkts gefunden haben. Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Kryptowährung gerade in der Schwebe zwischen Bullen- und Bärenmarkt, da einerseits der Aufwärtstrend aus langfristiger Sicht noch intakt zu sein scheint, wichtige Indiaktoren andererseits gerade Schwäche signalisieren. Dagegen spricht der Trend der sich verlängernden Bitcoin-Preiszyklen, der zeigt, dass sich jeder bisherige Bitcoin-Bullenmarkt über einen längeren Zeitraum erstreckt hat, bei gleichzeitig nachlassenden Renditen. Das würde ein Top von 100.000 Dollar im Jahr 2022 nicht ausschließen.

Auf fundamentaler Ebene bleibt die Investmentthese jedoch ohnehin stark, da das Interesse und die Adaption sowohol unter Privatnutzern als auch unter institutionellen Investoren langfristig weiter steigen. Auch eine nachhaltige Lösung der Probleme, die durch die jahrelange lockere Geldpolitik hervorgerufen worden sind, ist bisher nicht in Sicht. Die Notenbanken scheinen derzeit eher in die Ecke gedrängt zwischen einer weiter steigenden Inflation oder geldpolitischer Straffung mit entsprechend schmerzhaften Folgen für die Wirtschaft. Bitcoin und der restliche Krypto-Sektor scheinen daher langfristig als Alterative immer attraktiver.

Zwar ist die Wahrscheinlichkeit eines Bärenmarkts für den Krypto-Sektor in den letzten Monaten etwas größer geworden – das Ziel von 100.000 Dollar und mehr für Bitcoin und entsprechendes Wachstum für den restlichen Markt bleibt anhand der starken Ausgangslange jedoch für 2022 realistisch.

Von Alexander Mayer

Titelfoto: Wit Olszewski / Shutterstock.com

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