Roche: Klinische Studie für Corona-Medikament startet ++ Nordex und LPKF Laser: Aktien explodieren nach endgültigen Zahlen ++ Wirecard: Mexikanischer Markt wird angegangen ++ Dax deutlich über 9.000

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Roche: Klinische Studie für Corona-Medikament startet ++ Nordex und LPKF Laser: Aktien explodieren nach endgültigen Zahlen ++ Wirecard: Mexikanischer Markt wird angegangen ++ Dax deutlich über 9.000

Man kennt diese Zankerei zwischen Republikanern und Demokraten, wenn es um die Erhöhung der Neuverschuldung im Land geht – dass sich beide Seiten bei dem Hilfspaket gegen die Corona-Krise gegenseitig blockieren und mit Anschuldigungen um sich werfen, ist verwunderlich bis gar nicht nachvollziehbar. Besonders die Wall Street scheint von dieser Tatsache verunsichert zu sein. Der Dow Jones schloss zu Wochenbeginn auf dem tiefsten Stand seit November 2016, da das billionenschwere Konjunkturpaket in den USA gegen die Corona-Krise weiter auf sich warten lässt.

Bei einer prozeduralen Abstimmung im US-Senat zu dem Paket kam am Montag erneut nicht die nötige Mehrheit in der Kammer zustande. Bereits am Sonntagabend (Ortszeit) hatten die Demokraten im Senat das federführend von Republikanern erstellte Paket bei einer prozeduralen Abstimmung blockiert. Obwohl beide Seiten seit Freitag über die Details des Pakets verhandelten, gab es immer noch größere Differenzen. Ein finales Votum verzögert sich damit weiter. Die Republikaner und Finanzminister Steven Mnuchin hatten eigentlich für Montag mit der Verabschiedung des Konjunkturpakets gerechnet.

Der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, warf den Demokraten am Montag vor, eine „sinnlose Blockade“ zu betreiben, während die Menschen im Land dringend auf Hilfe warteten. Sie verlören ihre Jobs und ihr Einkommen, während sich die Demokraten in Formalitäten im Senat verhakten. „Die Amerikaner haben genug von diesem Unfug“, beklagte er.

Der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, hatte zuvor kritisiert, die Vorlage der Republikaner sehe zu viel Hilfen für bestimmte Industrien vor und zu wenig Unterstützung für Arbeiter, Krankenhäuser und Bundesstaaten. Er sei aber zuversichtlich, dass die Differenzen schnell gelöst werden könnten. „Das Land verlangt es“, sagte Schumer.

Nach einer Verabschiedung im Senat wird auch noch das von Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus dem Paket zustimmen müssen. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, kritisierte am Montag, der Entwurf der Republikaner im Senat stelle Unternehmen an erste Stelle, nicht Arbeiter und Familien. Die Demokraten im Repräsentantenhaus würden daher ein eigenes Gesetz einbringen. „Unser Gesetz sieht vor, dass jedes Unternehmen, das Steuergelder nimmt, die Löhne und Sozialleistungen seiner Beschäftigten schützen muss – nicht die Gehälter der Geschäftsführer, Aktienrückkäufe oder Entlassungen.“

Pelosi sagte, ihr Gesetz sehe unter anderem eine Stärkung der Arbeitslosenversicherung vor, damit diese wegfallende Löhne von Arbeitnehmern ersetzen könne, die ihre Jobs verlieren. Kleinen Unternehmen solle mit Fördergeldern oder Löhnen durch die Krise geholfen werden. Der Gesundheitssektor solle besser ausgestattet werden. Die Behandlung von Infizierten solle kostenfrei geschehen. Auch solle sichergestellt werden, dass medizinisches Personal die notwendige Schutzausrüstung zur Verfügung habe.

Es blieb zunächst unklar, wie die Verhandlungen nun weiter laufen würden. Auch der genaue Umfang des im Senat diskutierten Konjunkturpakets schien noch im Fluss – genannt wurden Summen von 1,4 Billionen bis zu 1,8 Billionen US-Dollar. Ein großer Teil davon sollten Kreditprogramme sein. Es wird wohl in jedem Fall das größte Konjunkturpaket der jüngeren US-Geschichte werden – auch teurer als die Notprogramme, die infolge der globalen Finanzkrise 2008-2009 aufgelegt worden waren.

Dax schöpft wieder etwas Hoffnung

Der deutsche Leitindex hat bereits am Montag seine Verluste Richtung Handelsende deutlich eingedämmt. Zum Handelsstart nimmt er heute direkt wieder die Marke von 9.000 Punkten. Der Dax startet mit 9.251,51 Punkten in den Handelstag - ein Plus von 5,83 Prozent.

Roche: Phase III Studie für Corona-Medikament startet

Der Schweizer Pharmakonzern startet eine zulassungsrelevante Studie für das Mittel Actemra. Darin werde der potenzielle Nutzen des Mittels bei Patienten mit einer schweren Coronavirus-Lungenentzündung untersucht, wie das Unternehmen am Dienstag in Basel mitteilte. Erst am Vortag hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA ihr OK für das geplante Phase-III-Programm gegeben.

Dies sei die erste globale Studie zu Actemra/RoActemra in diesem Umfeld, hieß es. Daneben verfolge man aufmerksam die unabhängig von den Baslern rund um den Globus durchgeführten klinischen Studien mit verschiedenen Roche-Medikamenten, darunter ebenfalls Actemra.

Parallel dazu arbeite der Konzern mit Hochdruck an der Erhöhung der Produktionskapazitäten. Ziel sei es, die Produktion von Actemra „wo immer möglich“ zu maximieren.

Nordex: Ausblick steht unter Corona-Vorbehalt

Der Windkraftanlagen-Hersteller blickt nach einem guten Jahresstart mit Ungewissheit auf 2020. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unterliege die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr erheblichen Unsicherheiten, teilte das SDax- Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage ausführlicher Geschäftszahlen in Hamburg mit. Es sei noch zu früh, die Auswirkungen dieser neuen, komplexen und sich ständig verändernden Situation abschließend einzuschätzen, hieß es weiter.

Der neue Ausblick basiere auf der Annahme, dass das Unternehmen in der Lage sein wird, den starken Auftragsbestand effizient und ohne größere Unterbrechungen trotz der derzeitigen Situation abzuarbeiten. Nordex hat sich für 2020 einen Umsatz von 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 160 bis 240 Millionen Euro vorgenommen. Sollte es dennoch umfassendere Störungen durch die Pandemie geben, könne eine Anpassung der Prognose notwendig sein.

Zum Jahresstart habe sich der Turbinen-Auftragsbestand von Nordex auf 5,5 Milliarden Euro belaufen. Im abgelaufenen Jahr konnte das Unternehmen seine Verluste zudem von 83,9 Millionen Euro in 2018 auf 72,6 Millionen Euro reduzieren. Der Umsatz kletterte 2019 wie bereits bekannt um ein Drittel auf rund 3,3 Milliarden Euro. Auch beim Auftragseingang konnte Nordex deutlich zulegen mit einem Plus von 31 Prozent auf 6,21 Gigawatt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um rund 22 Prozent auf knapp 124 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge sank um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent.

LPKF Laser:Gute Zahlen überzeugen

Der Laserspezialist rechnet nach einem Einbruch in der Corona-Krise mittelfristig weiter mit starkem Wachstum. Aktuell sei die Prognosefähigkeit des Konzerns stark eingeschränkt, teilte das Management des SDax-Konzerns am Dienstag in Garbsen mit. So müsse das Unternehmen bei einer ausgeprägteren Rezession mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen im laufenden Jahr rechnen. Mittelfristig gehen die Niedersachsen aber angesichts des starken Vorjahres weiter von guten Perspektiven aus. Für 2019 will LPKF zudem mit 0,10 Euro je Aktie erstmals seit vier Jahren wieder eine Dividende zahlen. Ein Aktienhändler bezeichnete das als durchaus überraschend.

LPKF hatte bereits vor einigen Wochen vorläufige Zahlen vorgelegt und für das erste Quartal vor einem deutlichen Dämpfer durch die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 im ersten Quartal gewarnt. Für das Gesamtjahr hatte LPKF da noch Wachstum bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht gestellt. Mittlerweile hat sich die Lage aber deutlich verschärft, derzeit befindet sich ein großer Teil der europäischen Wirtschaft wegen der Maßnahmen gegen das Virus in einer Art Ruheschlaf.

2019 ist der Umsatz bei dem Unternehmen, das Lasersysteme für die Herstellung von Leiterplatten, Mikrochips, Automobilteilen und weiteren Komponenten anbietet, um 17 Prozent auf 140 Millionen Euro gewachsen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verdreifachte sich nahezu auf 19,2 Millionen Euro.

Am Ende des Jahres lag der Auftragsbestand mit 32 Millionen Euro allerdings spürbar niedriger als der Vorjahreswert von 58 Millionen Euro. Das liege unter anderem an unterschiedlichen zeitlichen Verläufen von Großprojekten, hieß es. „Es ist klar, dass wir uns inzwischen systematisch in die richtige Richtung bewegen, auch wenn wir noch nicht annähernd am Ziel angelangt sind. Für das Jahr 2020 bleibt, ganz unabhängig von den aktuellen Entwicklungen außerhalb unserer Kontrolle, viel zu tun“, sagte Vorstandschef Götz Bendele.

Kurz & knapp:  

Wirecard: Der Dax-Konzern und die Banca Afirme, ein mexikanisches Finanzinstitut mit landesweiter Präsenz, bringen das digitale Bezahlen in Mexiko voran. Mit der Zahlungslösung Afirme E-Fectiva ermöglichen sie den Mitarbeitern des Fernsehsenders Canal 22 E-Commerce-Zahlungen, bargeldlose Point-of-Sale-Transaktionen (POS) und Bargeldauszahlungen am Automaten. Dafür brauchen die Mitarbeiter kein eigenes Bankkonto  – alle Services sind über ausgegebene Mastercard-Kreditkarten nutzbar, die kontaktlos funktionieren. Große Teile der mexikanischen Bevölkerung haben kein eigenes Bankkonto. Mit ihrer Kooperation machen Wirecard und Banca Afirme somit einen weiteren Schritt in Richtung finanzieller Inklusion.

Axel Springer: Der Medienkonzern streicht wegen der Corona-Krise seine Prognose für das laufende Jahr. Umsätze und operativer Gewinn dürften in allen drei Geschäftsbereichen schlechter ausfallen als bisher gedacht, teilte das Unternehmen am Montag nach Börsenschluss mit. Die Aktionäre sollen für 2019 aus heutiger Sicht dennoch wie geplant eine Dividende von 1,16 Euro erhalten. Die Hauptversammlung, auf der sie darüber abstimmen sollen, wird allerdings verschoben. Statt am 22. April soll sie an einem noch nicht festgelegten Tag in der zweiten Juni-Hälfte stattfinden. Für 2020 hatte Axel Springer bisher einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres angepeilt. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern sollte aber wegen erhöhter Investitionen und Abschreibungen schon ohne die Folgen der Coronavirus-Pandemie deutlich zurückgehen. Aus Sicht des Vorstands ist eine hinreichend belastbare konkrete neue Prognose für 2020 derzeit nicht möglich.

Twitter: Der Kurznachrichtendienst zieht wegen der wirtschaftlichen Belastungen durch die globale Ausbreitung des Coronovirus die Geschäftsprognose für das laufende Quartal zurück. Es sei nun mit einem Verlust und einem leichten Umsatzminus gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu rechnen, teilte das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mit. Der rege Austausch im Internet über das Coronavirus dürfte sich jedoch in einem deutlichen Anstieg der Nutzerzahlen niederschlagen, so Twitter. Einen ausführlichen Quartalsbericht will der Konzern am 30. April vorlegen. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit moderaten Kursverlusten.

Von Markus Weingran / dpa-AFX

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