US-Aktien: Nach der Bank of America rät auch die Deutsche Bank Anlegern auf die Bremse zu treten

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US-Aktien: Nach der Bank of America rät auch die Deutsche Bank Anlegern auf die Bremse zu treten

Aktuell scheinen die Märkte kaum zu bremsen zu sein. Die Hoffnung, dass besonders in den USA ein rasches durchimpfen zu weiteren Lockerungen führt, treibt die Indizes in immer neue Höhen. Direkt zum Wochenauftakt haben der Dow Jones und der S&P 500 neue Höchststände erklommen. Die neue Euphorie bereitet allerdings den Experten der Bank of America und der Deutschen Bank Bauchschmerzen. Beide Finanzinstitute gehen davon aus, dass die US-Märkte auf eine größere Korrektur zusteuern.

Sell-Side-Indikator der Bank of America rät zur Vorsicht

Der spezielle Indikator des amerikanischen Finanzinstituts gibt die durchschnittliche empfohlene Aktienallokation von Sell-Side-Strategen an. Er ist den dritten Monat in Folge gestiegen und erreichte 59,4 % gegenüber 59,2 % im Vormonat März. Der  Sell-Side-Indikator der Bank of Amerika hat damit ein 10-Jahres-Hoch erreicht, dass dem Niveau, eines konträren Verkaufssignal seit Mai 2007 am nächsten kommt. Übersetzt bedeutet das: Der Bank of America ist der Markt zu euphorisch geworden und sie rät dazu langsam das Engagement zu reduzieren.

Savita Subramanian, Aktienstrategin der Bank of America, sagte: “Die zunehmend euphorische Stimmung ist ein Hauptgrund für unseren neutralen Ausblick, da der zyklische Aufschwung, Impfstoff, Stimulus usw. weitgehend in den Markt eingepreist werden.” Die Bank of America geht davon aus, dass der S & P 500 bis Ende 2021 auf 3.800 fallen wird.

Daher lautet der aktuelle Tipp von Subramania, dass Anleger „sich am besten auf Bereiche konzentrieren sollten, die für die Realwirtschaft sensibel sind, wie z. B. zyklische Werte, Small Caps und Werte, die besonders vom nächsten Konjunkturpaket für die Infrastruktur profitieren.”

Deutsche Bank sieht es ähnlich

Binky Chadha, Chefstratege der Frankfurter für US-Aktien, hat die Kunden der Deutschen Bank am Montag auf eine „signifikante Konsolidierung“ hingewiesen, wie CNBC heute berichtet. Der Rücksetzer könnte sich im Bereich von 6 bis 10 % bewegen und in den nächsten drei Monaten eintreten. Der Experte geht davon aus, dass das makroökonomische Wachstum in diesem Sommer seinen Höhepunkt erreicht und sich danach abschwächt.

Der Experte und sein Team messen das zyklische makroökonomische Wachstum mit dem Fertigungsindex des Institute of Supply Management. Aus der Vergangenheit lässt dadurch ableiten: Das ISM-Wachstum “erreicht seinen Höhepunkt in der Regel etwa ein Jahr (10 bis 11 Monate) nach dem Ende der Rezession, genau an dem Punkt, an dem wir zu sein scheinen”, führt  Chadha aus. Historisch betrachtet korrigiert der S&P 500 laut der Mitteilung der Deutschen Bank danach im Durchschnitt um 8,4 Prozent. Aber selbst, wenn der ISM eher abflacht, als zu fallen gab der US-Leitindex durchschnittlich um 5,9 Prozent nach.

S&P 500 am Jahresende unter 4.000 Punkte

Obwohl der S&P 500 erst Ostermontag ein neues Rekordhoch erreicht hat und sich auch am Dienstag wieder ins Plus zu kämpfen scheint, rechnen beide Expertenhäuser damit, dass der Index am Jahresende nicht über der Marke von 4.000 Punkten steht. Die Bank of Amerika sie den S&P 500 am zum Jahreswechsel bei 3.800 Punkten und die Deutsche Bank bei 3.950 Punkten.

Mit diesen Schätzungen stehen die beiden Finanzinstitute allerdings nicht im Einklang mit den meisten Experten der Wall Street. Von 15 Schätzungen sehen lediglich die Citi (3.800) und Morgan Stanley (3.900) den S&P 500 noch unter der Marke von 4.000 Punkten am Jahresende. Die restlichen 11 Experten sehen den Index laut CNBC über der runden Marke. Das höchste Ziel hat dabei JP Morgan Chase ausgerufen mit 4.400 Punkten.

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Vorsicht ist die Mutter der Aktien-Kiste

Korrekturen gehören sicherlich zum Aktienmarkt dazu und das der S&P 500 nach einem starken Jahr 2020 mal etwas fester auf die Bremse tritt oder vielleicht auf Jahressicht sogar etwas schwächer aus dem laufenden Jahr geht, ist durchaus möglich. Allerdings hilft eine ausgewogenen Diversifizierung im Depot auch einen solchen möglichen Effekt abzufedern. Anleger, die ihr Depot mit US-Aktien übergewichtet haben, sind gut beraten auch mal Gewinne mitzunehmen oder riskante Positionen zu verkleinern. Zudem dürfte das Thema spätestens in zwei Wochen wieder heiß diskutiert werden. Dann rückt nämlich die gefühlt älteste Börsenweisheit der Welt wieder in den Mittelpunkt: „Sell in May an go away!“

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Von Markus Weingran

Foto: TheaDesign / Shutterstock.com

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