US-Notenbank sorgt nur kurz für gute Stimmung – Dow wieder deutlich im Minus und der Dax hat den Ausflug ins Plus auch schon wieder beendet

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US-Notenbank sorgt nur kurz für gute Stimmung – Dow wieder deutlich im Minus und der Dax hat den Ausflug ins Plus auch schon wieder beendet

Ein neues, umfangreiches Notpaket der US-Notenbank Fed zur Linderung der Corona-Krise ist am Montag an den US-Börsen verpufft. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor im frühen Handel 2,39 Prozent auf 18.715,03 Punkte. Er weitete die Verluste der schwachen Vorwoche aus und fiel auf den tiefsten Stand seit November 2016. Vorbörslich hatte der Dow noch zugelegt.

Nach Zinssenkungen und einem großen Anleihekaufprogramm kündigte die Fed nun an, unbegrenzt Staatsanleihen und bestimmte mit Hypotheken besicherte Wertpapiere zu kaufen. Zudem legt sie mehrere Kreditprogramme auf, mit denen vor allem die Unternehmen und Haushalte gestützt werden sollen.

„Die Fed geht aufs Ganze“, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Mit den Maßnahmen springe die Notenbank aber nicht nur der Wall Street bei, sondern versuche auch den US-Bürgern unmittelbar zu helfen. Auch scheine sich die Fed dazu entschlossen zu haben, angesichts des stark steigenden Dollar-Kurses nun auf radikale Maßnahmen zu setzen.

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Der marktbreite S&P 500 fiel dennoch um 2,68 Prozent auf 2243,26 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,37 Prozent auf 6900,99 Punkte.

Dax taucht auch wieder ab

Ein neues Paket der US-Notenbank (Fed) zur Stützung der heimischen Wirtschaft hat am Montag die Talfahrt des Dax ein wenig ausgebremst. Nach morgendlichen Verlusten von bis zu 5 Prozent drehte das deutsche Börsenbarometer zwar kurz sogar ins Plus. Am frühen Nachmittag gab es dann jedoch wieder 1,50 Prozent auf 8794,85 Punkte nach. Die Schwankungen blieben weiter recht hoch. Der Verlust im Dax seit Beginn der Coronavirus-Panik summiert sich inzwischen auf rund 35 Prozent.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Fed alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die Wirtschaft durch diese unglaublich turbulente Phase zu bringen“, kommentierte Craig Erlam. Dabei verwies der Marktanalyst vom Währungsbroker Oanda Europe auf die neuen Aktionen angesichts der Coronavirus-Pandemie und des verheerenden weltwirtschaftlichen Schadens. Nun sei es Zeit, dass auch der US-Kongress entsprechend handele, ergänzte er. Zwischen Demokraten und Republikanern waren am Sonntag die Verhandlungen um ein Konjunkturpaket über mehr als eine Billion Dollar gegen die Virus-Folgen ins Stocken geraten, weil sich die Politiker nicht über Details hatten einigen können.

Der MDax gab am Nachmittag 2,22 Prozent auf 19.087,54 Punkte ab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,2 Prozent ein. An der Wall Street startete der Dow Jones Industrial mit etwas mehr als 1 Prozent Verlust in die neue Woche.

Die neuartige Lungenkrankheit forderte unterdessen weltweit knapp 14.400 Covid-19-Tote, wobei in Europa vor allem Italien weiter Sorgen bereitet. In Deutschland, wo die Zahl der Verstorbenen mit unter 100 noch relativ gering ist, versuchen Bund und Länder die rasante Ausbreitung des Virus mit weiteren drastischen Beschränkungen zu verlangsamen.

Derweil erwartet das Ifo-Institut die Kosten der Virus-Krise in Deutschland bei bis zu mehr als einer halben Billion Euro. Zudem könnte die Krise und mehr als eine Million Jobs kosten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet zugleich mit einem Konjunktureinbruch wie während der Finanz- und Bankenkrise 2009. Damals ging das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zurück.

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MTU stellt Betrieb für mehrere Wochen ein

Unternehmensseitig sehen sich immer mehr Konzerne gezwungen, ihre Jahresziele wegen der Pandemie zu streichen. Unter ihnen befindet sich auch MTU, dessen Aktien um weitere 12,3 Prozent absackten. Der Triebwerksbauer setzt außerdem die Produktion an einigen europäischen Standorten für mehrere Wochen aus.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus nahm seine Jahresziele ebenfalls zurück, stockte zugleich aber seine Finanzmittel mit einem milliardenschweren Kredit auf. Die Aktie pendelte zwischen herben Verlusten und moderaten Gewinnen und gab zuletzt um 8,3 Prozent nach.

Bankenwerte dagegen erholten sich nach Bekanntgabe der Fed-Maßnahmen etwas von ihren Verlusten. Der Deutschen Bank gelang sogar immer mal wieder der Dreh in die Gewinnzone. Zuletzt stand ein kleines Plus von 0,2 Prozent zu Buche.

Deutliche Gewinne verbuchten die neu in den MDax aufgenommenen Aktien von Hellofresh mit plus 7,7 Prozent. Die Aktie des Kochboxenlieferanten sei eine „Bleib-zuhause“-Aktie, wie Barclays-Analyst Julien Roch schrieb. Er sieht zugleich die Gewinne des Unternehmens künftig dynamisch steigen. Osram stiegen um 7,3 Prozent und profitierten von dem jüngst bekräftigten Übernahmevorhaben durch den österreichischen Sensor-Spezialisten AMS.

Im SDax zählten die Aktien des Online-Händlers für Tierbedarf Zooplus  mit knapp 5 Prozent Plus und des Medizintechnikherstellers Drägerwerk mit knapp 7 Prozent Plus zu den Gewinnern. Auch die Aktien der Shop Apotheke legten um 6,2 Prozent zu. Godewind Immobilien, neu im Nebenwerteindex vertreten, gewannen 1,3 Prozent. Index-Neuling SNP indes büßte 3,3 Prozent ein.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,32 Prozent am Freitag auf minus 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,54 Prozent auf 144,55 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,24 Prozent auf 171,04 Zähler.

Der Eurokurs  stieg am Nachmittag auf 1,0771 US-Dollar. In der vergangenen Nacht war er noch zeitweise bis auf 1,0636 Dollar und damit auf ein neues Tief seit drei Jahren gefallen. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,0707 (Donnerstag: 1,0801) Dollar festgesetzt.

Redaktion onvista / Claudia Müller, dpa-AFX

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