Werbung
Varta unter Corona-Tief

Markt Update: Dax ringt mit der Marke von 12.500 Punkten - Stimmung bei Banken kippt, Daimler Truck startet in China und Hypoport bricht ein

onvista · Uhr
Quelle: Photo_Pix/Shutterstock.com

Die Rede von Jerome Powell wirkt weiter an den Aktienmärkten. Die Stimmung ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. Nachdem die Wall Street weiter an der Zinspolitik der amerikanischen Notenbank zu knabbern hat, kippte Donnerstag auch die Stimmung im Dax und die Berg- und Talfahrt des deutschen Leitindex endete mit einem deutlichen Minus. Im roten Terrain startet der Dax auch heute. Rund eine Stunde nach Handelsbeginn liegt das deutsche Börsenbarometer 0,25 Prozent im Minus und ringt mit der Marke von 12.500 Punkten.

Positive Signale sind am Horizont aktuell nicht auszumachen. Die Anleger befürchten durch den knallharten Kurs der Fed mittlerweile eine weltweite Rezession. Jerome Powell hatte in seine Rede ja auch angedeutet, dass die Fed bei der Bekämpfung wenig Rücksicht nehmen wird. Auf die Frage, ob die Fed auch die Entwicklungen im Rest der Welt im Blick habe und damit auch eine mögliche globale Rezession, sagte Fed-Chef Powell: "Wir sind uns sehr bewusst, was in anderen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt vor sich geht und was das für uns bedeutet - und umgekehrt." Man versuche sich natürlich abzustimmen, aber das sei bei den unterschiedlichen Zinsniveaus schon auch schwierig. Sein Resümee: "Wir befinden uns alle in sehr unterschiedlichen Situationen." 

Damit ist klar, dass die Fed auch "Schmerzen" außerhalb der USA in Kauf nimmt. Aktuell scheint es wirklich nur einen sicheren Hafen zu geben und dass ist der US-Dollar. Er wird immer stärker gegenüber dem Euro. Die Bank of Japan hat diese Woche schon in einem historischen Eingriff versucht dem starken Dollar gegenüber der heimischen Währung Einhalt zu gebieten. Sollten anderen Länder diesem Vorbild folgen, dann könnten neue düstere Wolken aufziehen, wenn die einzelnen Länder anfangen sich in einen "Devisen-Streit" zu begeben.

Cash aufbauen bleibt damit weiterhin die beste Variante. Solange die großen Player dem Markt fernbleiben und die Kleinanleger immer mehr Rezessionsangst bekommen, ist keine Trendwende an den Märkten möglich. 

Banken unter Druck 

Die Papiere der Deutschen Bank konnten Donnerstag einen kurzen Zeitraum von den Aussagen von Finanzvorstand von James von Moltke profitieren. Er rechnete kurz aus, dass die Zinserhöhungen der Bank rund 700 Millionen Euro in die Kasse spülen. Allerdings reicht der Betrag nur aus, um das nachlassende Wachstum auszugleichen. Daher blickt der Finanzvorstand etwas vorsichtig auf das neue Jahr. Insgesamt konnte er allerdings die größten Befürchtungen rund um das Frankfurter Geldinstitut deutlich abmildern. Der Aktie half dies auch nur kurzfristig auf die Sprünge. Heute steht die gesamte Branche wieder unter Druck und die Aktie der Deutschen Bank ziert das Dax-Ende.

Daimler Truck startet Produktion in China

Daimler Truck baut erstmals Mercedes-Benz Lastwagen in China. In dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Hersteller Foton Motor in Huairou nördlich von Peking wurde am Freitag der Startschuss für die lokale Produktion von Sattelzugmaschinen des Modells Actros gegeben. "China ist der größte Markt für schwere Lkw der Welt und bietet ein erhebliches Wachstumspotenzial", sagte Karl Deppen, Asienchef und Vorstandsmitglied von Daimler Truck. Es seien die ersten Mercedes-Lastwagen, die "in China für China hergestellt" werden.

Hypoport bricht ein 

Bei den Einzelwerten dürfte am Freitag das im SDax gelistete Papier des Finanzdienstleisters Hypoport im Fokus stehen. Dieser hatte am Donnerstagabend die Ziele wegen der schwachen Nachfrage ausgesetzt. Die derzeitige Prognose für das laufende Jahr werde "deutlich verfehlt". Es sei nicht prognostizierbar, ob die Zurückhaltung in der privaten Immobilienfinanzierung im weiteren Jahresverlauf beendet werde. Die Aktie bricht heute über 20 Prozent ein.

Varta weiter unter Druck 

Die Aktie des deutschen Batterie-Spezialisten liefert heute zwar keine schlechte Nachricht, kommt aber trotzdem weiter unter Druck. Die Anleger verlieren immer mehr die Lust auf die Aktie, da es keine Neuigkeiten zu neuen Kunden für die Autobatterie gibt. Je länger es dauert, desto mehr Anleger werden aussteigen. Daher bleibt Varta für uns ein Wert, der aktuell nicht ins Depot gehört. Schnäppchenjäger sollten sich ein zugreifen verkneifen.

Mit Material von dpa-AFX

Meistgelesene Artikel

Werbung