Börse am Morgen 03.07.2024

Dax erholt sich– BMW mit Absatzplus in den USA – Plus zehn Prozent: Grenke an SDax-Spitze

onvista · Uhr
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Nach dem Dämpfer vom Vortag hat der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte mit moderaten Gewinnen eröffnet. Der Dax stieg während der ersten Handelsstunde um rund 0,5 Prozent auf 18.250 Punkte.

Am Dienstag war der Dax bis auf 18.030 Punkte gefallen, bevor sich am Nachmittag wieder ein paar Käufer fanden. Nach oben gilt es, das Vortageshoch bei 18.286 Punkte und die neun Punkte darüber liegende 21-Tage-Linie zu übertreffen. Dabei könnte wie bereits am Dienstag der Schwung der US-Technologiewerte helfen. Neben allgemein starken Halbleiterwerten fiel vor allem Tesla mit einem Kursplus von rund zehn Prozent auf. Damit honorierten die Anleger unerwartet gute Auslieferungszahlen im ersten Quartal. Gleichwohl bleibt die Unsicherheit mit Blick auf die politische Lage in Frankreich.

Als wichtigsten Kurstreiber für die Wall Street am Vorabend sieht Analyst Thomas Altmann von QC Partners Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell beim Notenbanker-Treffen im portugiesischen Sintra. „Vor allem angesichts der Äußerungen zum sich abkühlenden Arbeitsmarkt und zu den Risiken einer zu späten ersten Zinssenkung sehen die Börsianer ihre Erwartung eines ersten Zinsschrittes im September bestätigt“, betonte Altmann.

Autobauer BMW legt in den USA weiter zu - Wachstumstreiber Elektroautos

Der Autobauer BMW hat in den Vereinigten Staaten erneut mehr Autos verkauft. Im zweiten Quartal seien die Verkäufe von Autos der Marke BMW um 3,7 Prozent auf 91.327 Stück gestiegen, teilte das Unternehmen in Woodcliff Lake (New Jersey) mit. In den ersten drei Monaten war die Zahl der verkauften BMW-Autos um etwas mehr als zwei Prozent auf knapp 84.500 geklettert. Wachstumstreiber waren erneut die vollelektrischen Autos (BEV – „Battery Electric Vehicles“).

Von den BEV verkaufte BMW in den Vereinigten Staaten in den drei Monaten bis Ende Juni etwas mehr als 14.000 Stück - das war fast ein Viertel mehr als vor einem Jahr und knapp ein Drittel mehr als im ersten Quartal.

Bei der Kleinwagenmarke Mini gab es einen Verkaufsrückgang um 22 Prozent auf 5.898 Autos. BMW führte das Minus auf einen Modellwechsel zurück. BMW baut Mini zu einem reinen Vollelektroanbieter um.

Neugeschäft treibt Erholung von Grenke an

Zahlen zum Leasingneugeschäft haben die Erholung der Aktien von Grenke am Mittwochmorgen angetrieben. Gut eine Stunden nach Handelsbeginn liegt die Aktie mit mehr als zehn Prozent im Plus bei über 23 Euro. Damit eroberte die Grenke-Aktie die Spitzenposition im SDax.

Nach dem jüngsten Jahrestief müssen sie sich jedoch im Chart durch einige Widerstände kämpfen. Nach oben deckeln die exponentielle 200-Tage-Linie bei 22,62 Euro und das Mai-Hoch bei knapp 23 Euro.

Das zweite Quartal war laut Grenke das stärkste in der Unternehmensgeschichte und ein „wichtiger Etappensieg“ auf dem Weg zu den angestrebten 3 Milliarden Neugeschäft im Gesamtjahr.

Kursziel 636 Euro: Morgan Stanley startet Rheinmetall mit Overweight

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktien von Rheinmetall bei einem Kursziel von 636 Euro mit Overweight in die Bewertung aufgenommen. Beim jetzigen Kurs von rund 500 Euro ergibt sich damit ein Kurspotenzial von über 27 Prozent.

Die jüngste Kursschwäche des Rüstungskonzerns eröffne eine gute Gelegenheit, schrieb Analystin Marie-Ange Riggio in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Dank der hohen Verteidigungsausgaben der Staaten sei die Geschäftsentwicklung gut vorhersehbar. Zudem seien die Geschäfte von Rheinmetall mittlerweile weniger schwankungsanfällig. Auch die Sparte Electronic Solutions sei ein wichtiger Treiber des langfristigen Wachstums.

Türkei: Inflation geht auf knapp 72 Prozent zurück

In der Türkei hat sich die hohe Inflation etwas abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni zum Vorjahresmonat um 71,6 Prozent, wie das Statistikamt am Mittwoch in Ankara mitteilte. Im Vormonat hatte die Teuerung 75,5 Prozent betragen. Analysten hatten im Schnitt mit einer Abschwächung auf 72,6 Prozent gerechnet.

Trotz des Rückgangs bleibt die Geldentwertung auf sehr hohem Niveau. Im Jahr 2022 hatte die Inflation noch höher gelegen. In der Spitze wurden damals rund 85 Prozent markiert. Ähnlich hohe Inflationsraten hatte die Türkei zuletzt Ende der 1990er Jahre.

Die Notenbank des Landes stemmt sich aktuell mit hohen Leitzinsen gegen die Teuerung. Allerdings ist der wichtigste Notenbankzins mit 50 Prozent immer noch deutlich niedriger als die Inflationsrate. Der reale Leitzins ist damit negativ, wodurch die Wirtschaftsaktivität - und damit auch die Inflation - eher angeschoben als gebremst wird.

Der negative Realzins ist ein Grund für die schwache Landeswährung Lira, da er Finanzanlagen in der Türkei für ausländische Anleger unattraktiver macht. Der Wechselkurs der Lira bewegt sich gegenüber dem US-Dollar und dem Euro in der Nähe seiner Rekordtiefstände. Die schwache Landeswährung verteuert eingeführte Waren und Dienstleistungen und facht die Inflation somit weiter an.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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