Dax stabilisiert sich - Adidas profitiert von Nike-Schwäche

Der Dax hat nach seiner Rekordrally und den jüngsten Verlusten am Mittwoch zunächst einen Stabilisierungsversuch unternommen. In der ersten Handelsstunde legte der Index um knapp 30 Punkte auf 19.240 Punkte und erholte sich damit marginal nach dem Kursrutsch von gestern Nachmittag.
Unsicherheit ist zurück
"Mit der Eskalation des Konfliktes im Nahen Osten ist die Unsicherheit an den Börsen zurück", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Dies zeigten auch die anziehenden Volatilitätsindizes und die steigenden Ölpreise. Dennoch halte sich der Dax über der Marke von 19.000 Punkten, betonte der Experte. Spannend werde nun, ob die politische Lage zu weiteren Gewinnmitnahmen führe. Altmann sieht bei 19.000 Punkten die erste wichtige Unterstützung.
Darunter sollten die 50- und 100-Tage-Durchschnittslinien dem Index Halt geben. Ein neuer Dax-Rekord ist laut Charttechniker Martin Utschneider vom Finanzinformationsdienstleister Finanzethos vorerst vom Tisch. Die bisherige Bestmarke bei knapp 19.492 Punkten stammt vom Freitag. Für Utschneider ist eine "kurzfristige Konsolidierungstendenz" erkennbar, wenngleich sich der Leitindex weiter im übergeordneten Aufwärtstrend befinde. Die jüngste Euphorie habe sich gelegt, doch mit Panik am Markt rechne er nicht.
Adidas profitiert von Nike-Schwäche
Größter Gewinner in der ersten Handelsstunde waren am Morgen die Titel von Adidas mit einem Zugewinn von knapp drei Prozent, die Aktie der DHL Group zierte das Tabellenende mit einem Abschlag von 1,6 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs von gestern.
Nike vermeldete am Vorabend einen deutlichen Umsatzrückgang und strich kurz vor dem Start des neuen Konzernchefs seine Prognose.
Die Nike-Schlagzeilen klängen erst einmal negativ, hieß es in ersten Händlerstimmen. Nike habe sich statt der Jahresziele nur neu zum zweiten Geschäftsquartal geäußert und liege dabei unter den Erwartungen, schrieb die JPMorgan-Expertin Olivia Townsend. Sie betonte allerdings die Kommentare des Nike-Managements, dass viele der Herausforderungen der Amerikaner unternehmensspezifisch seien.
Ihrer Einschätzung nach können daher nur begrenzt Rückschlüsse für Adidas oder Puma gezogen werden. Ihr UBS-Kollege Robert Krankowski erwähnte Adidas sogar positiv. Für die Herzogenauracher schaffe es Chancen, wenn der größte Konkurrent in einer Übergangsphase stecke.
Gea am Kapitalmarkttag gefragt
Für die Aktien der Gea Group geht es am Mittwoch zum Kapitalmarkttag nach oben. Auf der Handelsplattform Tradegate stieg der Kurs des Anlagenbauers um 1,3 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs, nachdem unter anderem neue Langfristziele angekündigt wurden. Außerdem wurde mitgeteilt, dass das Management die einst für das Jahr 2026 gesetzten Finanzziele schon in diesem Jahr erreichen will.
Der RBC-Experte Sebastian Kuenne betonte in einem ersten Kommentar, die neuen Umsatz- und Margenziele seien ambitioniert. Das Ziel, den Umsatz bis 2030 um jährlich fünf Prozent zu steigern, sei in etwa doppelt so hoch wie der aktuell bis 2026 reichende Konsens. Auch bei der Marge liege der Analystenschnitt für 2026 mit 15,8 Prozent klar unter dem Ziel, dass perspektivisch 17 bis 19 Prozent als operativer Gewinn übrig bleiben sollen. 2024 hatte die Marge 14,4 Prozent betragen. (mit Material von dpa-AFX)