Arbeitsagenturen erwarten weiter steigende Arbeitslosigkeit

Berlin (Reuters) - Die örtlichen Ableger der Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnen in den nächsten Monaten mit einer weiter zunehmenden Zahl von Arbeitslosen.
In der am Mittwoch vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichten monatlichen Umfrage verschlechterte sich die Einschätzung zur Arbeitslosigkeit nochmals um 0,3 Punkte auf 97,9 Punkte. "Bei der steigenden Arbeitslosigkeit ist bis zum Frühjahr keine Trendwende in Sicht", sagte IAB-Experte Enzo Weber. "Die Industriekrise und der langanhaltende Wirtschaftsabschwung hinterlassen am Arbeitsmarkt ihre Spuren." Die Beschäftigungsentwicklung bleibe zwar im positiven Bereich, flache aber weiter ab.
Die BA legt am Freitag die Arbeitslosenzahlen für November vor. In den vergangenen Jahren war die Arbeitslosigkeit in diesem Monat jeweils leicht zurückgegangen. In diesem Jahr könnten sich die Vorzeichen aber ändern, weil die übliche Herbstbelebung in den vorangegangenen Monaten ausgeblieben war. Im Oktober verzeichnete die BA 2,791 Millionen Arbeitslose. BA-Chefin Andrea Nahles hatte im September nicht ausgeschlossen, dass die Zahl Anfang kommenden Jahres erstmals seit zehn Jahren wieder über drei Millionen steigen könnte.
(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)