Auch Wall Street im Plus

Dax Vorbörse heute 1.12.2022: Powell-Rede gibt Börsen Schwung – Dax startet mit dickem Plus in den Handel

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: anathomy/Shutterstock.com

Nach erneut moderateren Zins-Signalen der US-Notenbank Fed dürfte der Dax am Donnerstag wieder Schwung aufnehmen. Der X-Dax als Indikator signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart ein Plus von 1,2 Prozent auf 14 570 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird mit Gewinnen erwartet.

Für den deutschen Leitindex zeichnet sich damit in neuer Höchststand seit Juni ab und auch der Weg in Richtung seines Zwischenhochs am 6. Juni bei etwas über 14 700 Punkten wäre frei. Außerdem steuert er aktuell auch auf seine neunte Gewinnwoche in Folge zu.

Fed-Chef Jerome Powell untermauerte am Mittwoch die Perspektive kleinerer Zinsschritte und löste damit an der Wall Street eine Kursrally aus. Der Dow Jones Industrial sprang auf das höchste Niveau seit April. Der S&P 500 und die Nasdaq-Indizes erholten sich prozentual zwar noch etwas deutlicher, erreichten aber "nur" wieder ihr Niveau vom Monat September.

Powell hat an sich nichts Neues gesagt, aber seine Worte haben ihre Wirkung trotzdem nicht verfehlt.

Thomas Altmann (QC Partners)

Dass der Fed-Chef den "Riesen-Zinsschritten" um mehrmals in Folge 0,75 Prozentpunkte "langsam Lebewohl sagt", überrasche nicht, und für Dezember seien an den Börsen bereits nur noch 0,5 Prozentpunkte eingepreist. Dennoch: "Positive Botschaften werden an der Börse im Moment einfach gerne gehört." Auch der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht für November könnte eine solche sein. Sollte die Zahl neu geschaffener Stellen wie erwartet erneut schwach ausfallen, dürfte dies geldpolitischen Druck von der Fed nehmen, so Altmann.

Einzelwerte im Überblick

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien des Bausoftwareherstellers Nemetschek einen Blick wert sein. Im kommenden Jahr erwartet der Vorstandschef laut einem Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX zwar "weiterhin Umsatzwachstum und ein operatives Ergebnis auf hohem Niveau". Die operative Marge dürfte jedoch sinken, kündigte Yves Padrines an. Einem Händler zufolge entsprechen die Aussagen insgesamt zwar den aktuellen Konsenserwartungen, doch könnten die Umsatzerwartungen des Marktes etwas zu optimistisch sein. Im insgesamt positiv erwarteten Marktumfeld ging es auf Tradegate für die Aktie im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss allerdings erst einmal aufwärts.

Bevor auch Rational , der im MDax notierte Hersteller von Großküchengeräten anlässlich seines Kapitalmarkttages Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte, könnten noch Analystenstimmen von Interesse sein.

So hat die US-Bank JPMorgan einen neuen Blick auf die europäischen Branchen geworfen und den Energieversorger-Sektor von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Der Pharmasektor wurde von "Underweight" auf "Neutral" hochgestuft, während die Bankenbranche von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft wurde.

Außerdem äußerte sich JPMorgan zu Einzelwerten, wie etwa zu Vantage Towers und zur Deutschen Telekom . Analyst Akhil Dattani sieht 2023 einige potenzielle Kurstreiber für die T-Aktie und setzte sie daher auf die "Analyst Focus List" unter Beibehaltung der Einstufung "Overweight". Das Kursziel hob er von 27,50 auf 29,00 Euro an. Preismacht, Investitionen, Regularien und die Verschuldung seien die Hauptthemen innerhalb der Branche. Das Papier legte auf Tradegate zu.

Das Papier der Vodafone -Funkmastentochter Vantage hob Dattani von "Underweight" auf "Neutral" und begründete dies mit der Übernahmeofferte der Finanzinvestoren GIP und KKR. In seinem Ausblick auf 2023 betonte er aber dennoch, dass Vantage im Vergleich zu den Wettbewerbern sein am wenigsten bevorzugter Wert sei. Auf Tradegate zeigte sich der Titel kaum verändert.

Gewinne an der Wall Street

Kräftigen Rückenwind hat US-Notenbankchef Jerome Powell den US-Aktien am Mittwoch verliehen. Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg um 2,18 Prozent auf 34 589,77 Zähler und erklomm den höchsten Stand seit gut sieben Monaten. Powell hatte unter anderem in Aussicht gestellt, dass im Dezember die Zeit für moderatere Zinserhöhungen gekommen sein könnte. Kurz vor dem Statement von Powell hatte der Dow noch im Minus gelegen.

Noch deutlich stärker zogen die Kurse an der technologielastigen Börse Nasdaq an. Die dort gelisteten Wachstumswerte gelten als besonders zinsabhängig. Sollten die Zinsen nun weniger stark anziehen, dann steigen an der Nasdaq die Chancen auf höhere Bewertungen von Tech-Aktien. Der Nasdaq 100 gewann 4,58 Prozent auf 12 030,06 Punkte. Aber auch im Dow waren mit Apple , Microsoft und Salesforce drei Tech-Riesen die größten Kursprofiteure. Der marktbreite S&P 500 legte um 3,09 Prozent auf 4080,11 Zähler zu.

Auch Gewinne in Asien

Signale für erst einmal langsamere Leitzinserhöhungen in den USA haben den Börsen Asiens am Donnerstag Rückenwind verliehen. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen stieg zuletzt um 1,3 Prozent und der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungszone Hongkong legte um 1,2 Prozent zu. In Japan schloss der Tokioter Leitindex Nikkei 225 0,9 Prozent höher.

Renten

Bund-Future        141,87    +0,15%

Devisen: Eurokurs steigt weiter - Dollar-Schwäche nach Powell-Aussagen

Der Euro ist am Donnerstag gestiegen und hat damit an die Kursgewinne vom Vorabend angeknüpft. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0444 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,0376 Dollar festgesetzt.

Auftrieb erhielt der Euro durch eine Dollar-Schwäche, die am Vorabend eingesetzt hat und sich am Morgen fortsetzt. Auslöser für die Kursverluste bei der amerikanischen Währung waren Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell. Powell hatte Signale für kleinere Zinserhöhungen in den USA gegeben.

"Der Zeitpunkt für eine Verringerung der Zinserhöhungen könnte schon auf der Dezember-Sitzung kommen", sagte Powell am Mittwochabend in Washington auf einer Veranstaltung des Instituts Brookings. Eine Verlangsamung des Zinserhöhungstempos von zuletzt 0,75 Prozentpunkte auf nur noch 0,50 Prozentpunkte war zwar schon allgemein erwartet worden, sagte Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank. Aber als Powell in dieser mit Spannung erwarteten Rede bestätigt habe, dass "schon auf der Dezember-Sitzung" der Zeitpunkt gekommen sein dürfte, das Tempo der Zinserhöhungen zu drosseln, "passten die Finanzmarktteilnehmer ihren Ausblick noch einmal signifikant an".

Euro/USD          1,0445    +0,36%

USD/Yen           136,41    -1,21%

Euro/Yen           142,48    -0,86%

Ölpreise geben etwas nach

Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem Anstieg in den vergangenen Tagen leicht gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 86,35 US-Dollar. Das waren 59 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 46 Cent auf 80,09 Dollar.

Nach drei Tagen mit Kursgewinnen in Folge, in denen sich Rohöl aus der Nordsee etwa fünf Prozent verteuert hat, habe eine leichte Gegenbewegung eingesetzt, hieß es von Marktbeobachtern. Derzeit werden die Ölpreise durch die Entwicklung in China maßgeblich beeinflusst, wo die Regierung weiterhin die harten Corona-Maßnahmen fortsetzt und damit die Wirtschaft des Landes belastet.

Gleichzeitig ist aber auch die Förderpolitik des Ölverbunds Opec+ ein bestimmender Faktor am Ölmarkt. Zuletzt haben mehrfach Spekulationen über die künftige Produktionsmenge der Opec+ die Ölpreise bewegt. In der Allianz haben sich die Mitgliedsstaaten des Ölkartells und andere wichtige Förderstaaten wie Russland zusammengeschlossen.

Brent              86,84    -0,13 USD

WTI                80,51    -0,04 USD

Umstufungen von Aktien

- BERENBERG HEBT ZIEL FÜR NEW WORK AUF 200 (172) EUR - 'BUY'

- JEFFERIES SENKT ZIEL FÜR DELIVERY HERO AUF 90 (95) EUR - 'BUY'

- JPMORGAN HEBT DEUTSCHE TELEKOM AUF 'ANALYST FOCUS LIST'

- JPMORGAN HEBT VANTAGE TOWERS AUF 'NEUTRAL' (UNDERWEIGHT) - ZIEL 32 (26,5) EUR

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR DEUTSCHE TELEKOM AUF 29 (27,50) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR HENKEL AUF 70 (65) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR SYMRISE AUF 110 (107) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR LEG IMMOBILIEN AUF 87 (92) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR VONOVIA AUF 32 (34) EUR - 'OVERWEIGHT'

- UBS HEBT ZIEL FÜR KION AUF 33 (29) EUR - 'BUY'

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR SNOWFLAKE AUF 180 (200) USD - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT LIBERTY GLOBAL AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 23 USD

- JEFFERIES SENKT ZIEL FÜR SALESFORCE AUF 230 (240) USD - 'BUY'

- BARCLAYS HEBT ZIEL FÜR H&M AUF 140 (125) SEK - 'OVERWEIGHT'

- BARCLAYS SENKT COFINIMMO AUF 'UNDERWEIGHT' (OVERWEIGHT) - ZIEL 80 (110) EUR

- BARCLAYS SENKT PRIMARY HEALTH PROPERTIES AUF 'UNDERWEIGHT'(OW) - ZIEL 105(150)P

- CITIGROUP HEBT L'OREAL AUF 'NEUTRAL' (SELL) - ZIEL 365 (355) EUR

- CITIGROUP HEBT SGS AUF 'BUY' (NEUTRAL) - ZIEL 2509 (2303) CHF

- HSBC SENKT ENI AUF 'HOLD' (BUY)

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR JUST EAT TAKEAWAY AUF 38 (34) EUR - 'BUY'

- JEFFERIES STARTET VIDRALA MIT 'UNDERPERFORM' - ZIEL 59 EUR

- JPMORGAN HEBT AB INBEV AUF 'ANALYST FOCUS LIST'

- JPMORGAN HEBT ELISA AUF 'OVERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 63 EUR

- JPMORGAN HEBT ESSITY AUF 'NEUTRAL' (UNDERWEIGHT) - ZIEL 280 (220) SEK

- JPMORGAN HEBT EUROPEAN UTILITIES AUF 'OVERWEIGHT'(N), HEALTHCARE "NEUTRAL" (UW)

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR CHR. HANSEN AUF 460 (415) DKK - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR DIAGEO AUF 4500 (4350) PENCE - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR UNILEVER AUF 3900 (3600) PENCE - 'UNDERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT CAMPARI AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 11 (13,50) EUR

- JPMORGAN SENKT EUROPEAN BANKS AUF 'NEUTRAL' (OW)

- JPMORGAN SENKT GIVAUDAN AUF 'UNDERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 2840 (2700) CHF

- JPMORGAN SENKT L'OREAL AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 350 (400) EUR

- JPMORGAN SENKT REMY COINTREAU AUF 'UNDERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 145 (205) EUR

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR BRITISH AMERICAN TOBACCO AUF 4000 (4500) PENCE - 'OW'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR CREDIT SUISSE AUF 3,80 (5,50) CHF - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR DANONE AUF 65 (70) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR PERNOD RICARD AUF 220 (250) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR RECKITT AUF 7500 (8500) PENCE - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR ROYAL UNIBREW AUF 500 (575) DKK - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR UCB AUF 105 (120) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR VODAFONE AUF 100 (120) PENCE - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN SETZT UCB AUF 'NEGATIVE CATALYST WATCH'

- RBC SENKT WARTSILA AUF 'SECTOR PERFORM' (OUTPERFORM) - ZIEL 8,50 (9) EUR

Termine Unternehmen

08:00 DEU: Deutsche Beteiligung, Jahreszahlen (detailliert)

10:00 DEU: VDMA, Auftragseingang Maschinenbau 10/22

11:00 DEU: Rational, Capital Markets Day

NLD: Heineken, Capital Markets Day

USA: S&P Global, Investor Day

USA: Kfz-Absatz 11/22

Termine Konjunktur

00:50 JPN: Investitionen Q3/22

01:30 JPN: Jibun Bank PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

08:30 CHE: Verbraucherpreise 11/22

08:30 CHE: Einzelhandelsumsatz 10/22

09:00 NLD: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

09:00 HUN: BIP Q3/22 (endgültig)

09:15 ESP: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

09:30 CHE: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22

09:45 ITA: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

09:50 FRA: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

09:55 DEU: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

10:00 EUR: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

10:00 ITA: Arbeitslosenquote 10/22

10:30 GBR: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

11:00 BEL: Arbeitslosenquote 10/22

14:30 USA: Private Einkommen und Ausgaben 10/22

14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

15:45 USA: PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22 (2. Veröffentlichung)

16:00 USA: Bauinvestitionen 10/22

16:00 USA: ISM Verarbeitendes Gewerbe 11/22

Sonstige Termine

10:00 DEU: Pictet & Cie, Wirtschaftsausblick 2023

14:00 DEU: Chefökonomen-Talk zur aktuellen wirtschaftlichen Lage

Die Chefvolkswirte von Allianz, Munich Re und Swiss Re, Ludovic Subran, Michael Menhart und Jerome Haegeli, diskutieren mit GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen über die aktuelle wirtschaftliche Lage. Veranstalter: Gesamtverband der Versicherer

14:30 DEU: BlackRock, BlackRock Investment Institute?s 2023 Outlook

POL: Ministerratstreffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit den Außenministern der 57 Teilnehmerstaaten und der 11 Partnerstaaten der OSZE, Lodz

FRA/USA: US-Präsident Biden empfängt Frankreichs Staatschef Macron zu Staatsbesuch im Weißen Haus

Redaktion onvista/dpa-AFX

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