Börse am Morgen

Morphosys profitiert von JP-Morgan-Bericht; viele Wechsel im SDax erwartet

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: T. Schneider/Shutterstock.com

Auch nach Börseneröffnung bleibt der Dax am Dienstagmorgen richtungslos. Schwache Börsen in Asien bringen etwas Gegenwind. Im frühen Handel verzeichnete der deutsche Leitindex ein Plus von 0,1 Prozent auf 16.419 Punkte. Das Rekordhoch bei rund 16.529 Punkten bleibt damit zwar in Sichtweite, Dynamik fehlt derzeit allerdings. Das gilt auch für den MDax. Der Index der mittelgroßen Unternehmen sank im frühen Handel um 0,2 Prozent auf 26.326 Zähler. Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 notierte knapp im Plus.

Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets sprach von zwei Welten: Während der Dax sich in Nähe des Rekordhochs befinde, gehe es für chinesische Aktien und den Ölpreis derzeit nur nach unten. "In diesem Spannungsfeld befinden sich Anleger, die über Gewinnmitnahmen nachdenken und jene, die noch einsteigen wollen, aber mit ansehen müssen, dass die Kurse nicht nennenswert zurückkommen." Insgesamt sei es schwieriger geworden, noch überzeugende neue Gründe für weitere Käufe auf diesem Kursniveau zu finden.

Morphosys springt an SDax-Spitze

Größter Gewinner im Dax-Universum ist im Dienstagmorgenhandel die Aktie von Morphosys. Sie legt zeitweise mehr als acht Prozent zu. Zwar hat die US-Bank JPMorgan das Kursziel für Morphosys heute von 36 auf 31 Euro gesenkt. Die Einstufung aber beließ der Analyst Richard Vosser auf "Overweight".

Der europäische Pharma- und Biotech-Sektor dürfte 2024 dank einer Reihe von Qualitätstiteln abermals besser abschneiden als der breite Markt, schrieb er in einem am Dienstag vorliegenden Branchenausblick. Bei Novo Nordisk sieht er erneut die größten und meisten Kurstreiber. Im kommenden Jahr sollten aber auch Astrazeneca eine bessere Entwicklung und die Life-Science-Unternehmen Merck KGaA sowie Sartorius Stedim Biotech eine Erholung zeigen. Unter den kleineren Werten präferiert Vosser Morphosys.

Indexumstellungen erwartet

Am Dienstagabend rückt die turnusmäßige Indexüberprüfung der Deutschen Börse in den Blick, deren Ergebnisse sie nach US-Handelsschluss bekannt geben wird. Im Dax wird im Dezember recht sicher alles beim Alten bleiben. Änderungen dagegen werden im MDax sowie im Nebenwerte-Index SDax erwartet. Hier klopft mit dem Hersteller von Spritzen und Ampullen für die Arzneimittel- und Biotech-Industrie Schott Pharma zudem ein Börsenneuling an die Eintrittspforte.

Etwaige Änderungen treten am Montag, 18. Dezember, in Kraft. In den MDax drängen zwei derzeitige SDax-Unternehmen: Der Immobilienspezialist Aroundtown und der Waferhersteller Siltronic dürften laut den Index-Experten Luca Thorißen von der Investmentbank Stifel Europe und Pankaj Gupta von der US-Bank JPMorgan in den Index der mittelgroßen Werte aufgenommen werden. Dafür dürften ProSiebenSat.1 und der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr in den SDax absteigen, erwarten beide.

Abgesehen davon stehen die Chancen auf eine Aufnahme in den SDax für zwei weitere Unternehmen sehr gut. Sowohl die Beteiligungsgesellschaft Mutares als auch der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB  erfüllen die Kriterien für einen Aufstieg noch im Dezember. Weichen müssten laut Thorißen wohl die Xing-Mutter New Work und der IT-Sicherheitsdienstleister Secunet. Weil zusätzlich Schott Pharma vor einem Indexaufstieg steht, ist auch die Mitgliedschaft des Finanzdienstleisters W&W in Gefahr.

Wichtig sind solche Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden (physisch replizierende ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann. (mit Material von dpa-AFX)

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